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Prozess fortgesetzt : André M. kündigt Geständnis an

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Auf welche Vorwürfe sich das Geständnis beziehen wird, sagte er nicht.

shz.de von
erstellt am 05.Feb.2016 | 15:00 Uhr

Rellingen/Itzehoe | Wende im Prozess gegen den Rellinger André M. vor dem Amtsgericht in Itzehoe: Gestern ließ der 27-Jährige von seinem Anwalt mitteilen, er wolle sich während des kommenden Verhandlungstags „geständig einlassen“. Auf welche Vorwürfe sich das Geständnis beziehen wird, sagte er nicht. Die Staatsanwaltschaft legt dem Rellinger zwölf Taten aus dem Sommer 2014 zur Last. Darunter sind Brandstiftung, Sachbeschädigung, Vortäuschung einer Straftat und falsche Beschuldigung.

Dass das Geständnis alle angeklagten Taten umfasst, ist unwahrscheinlich. Für die Brandstiftung an mehreren Autos im August 2014 wurden nämlich bisher keine eindeutigen Beweise vorgelegt. Beobachtungen von Polizisten ließen es aus Sicht der Staatsanwaltschaft aber als wahrscheinlich erscheinen, dass André M. der Täter war.

Staatsanwalt Kjell Gasa geht davon aus, dass André M. wahrheitswidrig behauptet hat, von Polizisten während einer seiner Festnahmen misshandelt worden zu sein. Dies wertet er als falsche Beschuldigung. Außerdem habe er behauptet, von zwei Unbekannten attackiert und mit einem Messer verletzt worden zu sein. Aus Sicht des Anklägers war das die Vortäuschung einer Straftat. Strafverteidiger Thomas Pennecke ließ bereits gestern durchblicken, dass er diese beiden Anklagepunkte für nicht nachvollziehbar hält.

Dass der Rellinger die Scheibe eines Autos eingeschlagen habe, wollen zwei Polizisten gesehen haben. Während des vorvergangenen Prozesstags gaben sie an, den Angeklagten eindeutig identifiziert zu haben. Er sei zu dem Wagen gegangen und habe zugeschlagen.

Kriminaltechnische Auswertung könnte entscheidende
Hinweise geben

Gasa legt André M. auch zur Last, die Reifen mehrerer Autos zerstochen zu haben. Nach Informationen von shz.de soll die kriminaltechnische Auswertung von Spuren nahelegen, dass der Rellinger für die Taten verantwortlich ist. Somit könnte sich das Geständnis auf die Sachbeschädigungen, also die Reifenstechereien und die eingeschlagene Autoscheibe beschränken.

Einige der Beamte waren am 11. August zur Wohnung von André M. gerufen worden. Der Vater hatte die Beamten alarmiert, weil eine Scheibe der Wohnung mit einem Stein eingeworfen worden sein sollte. Am Einsatzort entdeckten die Polizisten zudem das Auto mit der eingeschlagenen Scheibe. Der Angeklagte habe Schnittverletzungen am Arm gehabt. „Er behauptete, von zwei Unbekannten angegriffen worden zu sein. Einer der beiden soll mit einem Messer zugestochen haben. Die Verletzungen passten aber nicht zu einer Abwehrreaktion. Das kam mir seltsam vor“, sagte einer der Beamten.

Eine Nachbarin will zudem im Mai 2014 beobachtet haben, wie André M. nach einer Festnahme auf dem Boden liegend sein Gesicht über Gehwegplatten zog, um sich selbst zu verletzen. „Ich habe die Festnahme vom Fenster aus beobachtet. Die Beamten haben ihn nicht misshandelt.“

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