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Teilgeständnis : André M. hat mehrere Autoreifen zerstochen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Rellinger steht seit dem 26. Januar vor Gericht. Zu ihm ebenfalls vorgeworfenen Brandstiftungen macht der Angeklagte keine Angaben.

shz.de von
erstellt am 19.Feb.2016 | 10:00 Uhr

Rellingen | Wegen zwölf verschiedener Taten steht der Rellinger Feuerteufel André M. derzeit vor Gericht. Einen Teil der Anklagepunkte hat der 28-Jährige gestern zugegeben. Von seinem Anwalt Thomas Pennecke ließ er vortragen, im Juli die Reifen mehrerer Autos zerstochen und die Scheibe eines Autos eingeschlagen zu haben. Zu den drei angeklagten Brandstiftungen äußerte er sich nicht.

Die Staatsanwaltschaft legt dem Rellinger zwölf Taten aus dem Sommer 2014 zur Last. Darunter sind Brandstiftung, Sachbeschädigung, Vortäuschung einer Straftat und falsche Beschuldigung. Zu den angeklagten Brandstiftungen machte der Angeklagte bislang keine Angaben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er Anfang August drei Autos angezündet hatte, die allesamt ausbrannten.

Zu den zwölf Taten, die Staatsanwalt Kjell Gasa dem Rellinger vorwirft, gehören drei Brandstiftungen, fünf Reifenstechereien, das Einschlagen einer Autoscheibe, eine Sachbeschädigung an der eigenen Wohnung des 28-Jährigen, die Vortäuschung einer Straftat und die falsche Beschuldigung von Polizisten.

Pennecke sagte: „Mein Mandant räumt ein, in der Nacht zum 8. Juli 2014 mit einem Messer in die Reifen mehrere Autos gestochen zu haben, um sie zu beschädigen.“ Auch in der Nacht zum 16. Juli habe er mehrfach Reifen zerstört. André M. gab ebenfalls zu, am 11. August die Scheibe eines vor seiner Wohnung parkenden Autos eingeschlagen zu haben. Zu den Motiven machte der Anwalt jedoch keine Angaben.

In der Nacht zum 11. August waren Polizisten zum Haus der Familie M. gefahren. Der Vater des Angeklagten hatte die Beamten alarmiert. André M. sagte nach Eintreffen der Polizei laut Staatsanwaltschaft, jemand habe die Fensterscheibe seines Zimmers mit einem Stein eingeworfen. Dann sei er nach draußen geeilt, um den Täter zu stellen. Plötzlich seien zwei Maskierte auf ihn zugekommen, bewaffnet mit einem Schlagstock und einem Messer. Einer der beiden habe ihn mit dem Messer angegriffen. Danach seien sie geflüchtet.

André M. war anschließend mit Verletzungen am Arm in ein Krankenhaus gebracht worden. Laut einem rechtsmedizinischen Gutachten ist es jedoch unwahrscheinlich, dass die Verletzungen wie geschildert von einem Angreifer stammten. Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage wegen Vortäuschung einer Straftat. Dazu sagte Pennecke: „Mein Mandant wollte gar nicht mit der Polizei reden. Er wurde damals zu einer Aussage gedrängt.“

Der Rellinger hatte laut Staatsanwaltschaft auch angegeben, während einer Verhaftung im Mai 2014 von Polizisten mit dem Kopf auf den Boden geschlagen worden zu sein. Anlass des Einsatzes war eine Amok-Drohung gegen die Berufsschule in Pinneberg, die André M. angeblich verschickt hatte, so ein Beamter. Laut den Anklägern gibt es dafür keine Beweise. Zwei Ermittler, die gestern als Zeugen geladen waren, stritten ab, ihn bei der Verhaftung misshandelt zu haben. André M. habe keine Verletzungen am Kopf gehabt. Eine Zeugin sagte während des vorvergangenen Verhandlungstags: „Der Herr M. hat sein Gesicht selbst über den Boden gezogen. Das habe ich vom Fenster aus gesehen.“ Die Staatsanwaltschaft wirft dem 28-Jährigen nun falsche Beschuldigung von Polizeibeamten vor. Dazu sagte Pennecke: „Inhaltlich macht mein Mandant dazu keine Angaben. Als Anwalt sage ich: Die Zeugin ist eine Selbstdarstellerin. Die Beobachtungen sind erfunden.“

Der Prozess wird am Dienstag, 23. Februar, fortgesetzt. Dann soll ein Arzt der forensischen Psychiatrie in Neustadt als Gutachter aussagen.

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