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Eggerstedt-Kaserne in Pinneberg : An der Brandruine herrscht Lebensgefahr

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Jede Menge Löcher im Zaun: Die einsturzgefährdete Brandruine der Pinneberger Eggerstedt-Kaserne ist nur provisorisch gesichert. Die Anwohner sind in Sorge, denn das Areal wird immer mehr zum Abenteuerspielplatz für Kinder.

Pinneberg | Es ist Sonntag, der 13. Oktober. Der Himmel über Pinnebergs Kaserne ist rot erleuchtet. Ein Trakt des ehemaligen Offizierskasinos steht in Flammen. Knapp zwei Wochen nach dem verheerenden Brand gilt der Bau als einsturzgefährdet. Wer sich hinein begibt, schwebt in Lebensgefahr. Jetzt schlagen Anwohner Alarm. Das Areal sei längst zu einer Art Abenteuerspielplatz für Kinder geworden.

Petra Springer ist eine Anwohnerin. Die Kommunalpolitikerin, die für die Bürgernahen im Rat sitzt, wohnt gleich um die Ecke. Und sie hat kein Verständnis für die Zustände in Eggerstedt. „Das Tor steht häufig offen. Hier spielen Kinder, Pilzsammler sind unterwegs.“ Obdachlose hätten das Areal längst für sich entdeckt. Springer wohnt in der benachbarten Vogelsiedlung. In der Nachbarschaft herrsche zunehmend Unruhe.

Meike Oltmanns-Hase ist Mitglied der Bürgerinitiative, die sich seit Jahren kritisch mit der Bauplanung für das Areal beschäftigt. Für sie steht fest, „dass die Stadt verpflichtet ist, das Gelände zu sichern.“

Auf das 37 Hektar große Areal zu gelangen, ist derzeit tatsächlich ein Kinderspiel. Vom Parkplatz der offen zugänglichen Immobilienverwaltung des Bundes ist der Weg zur Brandruine komplett frei. Zudem klaffen Löcher im rund um das Kasernen-Gelände vor sich hin rottenden Zaun. „An einigen dieser Löcher sind mittlerweile richtige Trampelpfade entstanden“, sagt Springer. Eine Art Kasernen-Tourismus, der sich nach dem Feuer noch verstärkt habe.

Große Anziehungskraft auf Jugendliche

Dabei muss man die Gefahren vor Ort nicht groß suchen. Viele der marodenen Bundeswehr-Gebäude und Keller sind wegen defekter Türen und eingeschlagener Fenster frei zugänglich. Ein Teil der vom Einsturz bedrohten Brandruine ist zwar mittlerweile von einem Metallzaun umgeben. Der ist jedoch an den Seiten nicht befestigt – und somit nutzlos. Selbst ein Erwachsener kommt ohne Mühe daran vorbei.

Der Pädagoge Saim Cetinkaya leitet den Jugendtreff „Komet“, der direkt neben der Kaserne beheimatet ist. Er bestätigt, dass das Areal eine große Anziehungskraft auf seine Schützlinge hat – insbesondere nach dem Großfeuer. „Ich spreche sie natürlich darauf an, warne ausdrücklich vor dem Betreten der Kaserne.“

Ein Großteil der 37 Hektar großen Eggerstedt-Kaserne ist in Besitz der Stadt. Pinneberg sucht derzeit Investoren, die dort 250 Wohneinheiten errichten sollen. Das Areal, auf dem das Brandhaus steht, wird an den Hamburger Bildungsträger Wabe verkauft. Die Wabe will den Bau abreißen – allerdings erst, wenn Fördergelder für eine geplante Kindertagesstätte genehmigt werden. Das kann noch Monate dauern. Springer versteht nicht, warum die Stadt die provisorisch gesicherte Ruine nicht selbst dem Erdboden gleich macht – und Gefahren somit minimiert. „Die Kosten könnte man schließlich später an die Wabe weitergeben.“

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erstellt am 26.Okt.2013 | 12:00 Uhr

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