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Betrugsvorwürfe : Amtsgericht-Mitarbeiterin angeklagt

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

100.000 Euro aufs Konto: Die 45-Jährige soll sich drei Jahre lang Zeugenentschädigungen und Sachverständigerhonorare gezahlt haben.

shz.de von
erstellt am 22.Okt.2013 | 16:00 Uhr

Eine 45-jährige ehemalige Mitarbeiterin des Amtsgerichts Pinneberg wird sich demnächst selbst vorm Pinneberger Schöffengericht verantworten müssen. Denn Anfang September erhob die Staatsanwaltschaft Itzehoe Anklage gegen die Frau wegen gewerbsmäßigen Betrugs.

Über einen Zeitraum von mehr als drei Jahren, von März 2010 bis Juni 2013, soll die 45-Jährige Betrug an ihrem Arbeitsplatz ausgeübt haben. Wie Peter Müller-Rakow, Sprecher der Staatsanwaltschaft, dieser Zeitung mitteilte, sei die Frau in der Kostenbearbeitung des Amtsgerichts tätig gewesen. Dort habe es zu ihren Aufgaben gehört, dafür zu sorgen, dass Zeugenentschädigungen und Sachverständigerhonorare bezahlt werden. Diese Arbeit habe die 45-Jährige auch gewissenhaft ausgeführt. Doch einige Zeit, nachdem die berechtigten Empfänger ihr Geld bereits erhalten hätten, und sie davon habe ausgehen können, dass diese keine Rückfragen mehr stellen würden, habe die 45-Jährige den Vorgang noch einmal für eine Auszahlung vorbereitet. Doch diesmal für eine auf ihr eigenes Konto. Empfängername und Betreff seien dabei erhalten geblieben, nur die Kontonummer und Bankleitzahl habe die 45-Jährige geändert. Insgesamt 100 dieser Taten werden ihr zur Last gelegt.

„Bei diesem Vorgehen handelt es sich nicht mehr um Untreue, sondern um Betrug“, sagte Müller-Rakow. Er erläuterte, dass die Angeklagte bewusst versucht habe, ihre Kollegen zu täuschen. Hätte sie sich das Geld als normale Überweisung, mit sämtlichen Angaben, die sie als Empfängerin identifizieren, auf ihr Konto überwiesen, hätte die Anklage auf Untreue lauten können. So aber handle es sich um Betrug. Dieser sei in diesem Sommer entdeckt worden. Eine Mitarbeiterin habe bemerkt, dass auf ein Konto besonders häufig überwiesen werde. Daraufhin habe sie überprüft, wem dieses Konto gehöre.

Insgesamt habe sich die Angeklagte um zirka 100 000 Euro bereichert. „Bei dieser nicht unerheblichen Summe, die ihren Lebensunterhalt mitfinanziert, muss man von gewerbsmäßigem Betrug ausgehen“, so Müller-Rakow. Die Anklage der Staatsanwaltschaft laute also auf schweren Betrug.

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