Flüchtlinge: Bufdi hilft den Helfern : Amt Pinnau engagiert Koordinator für das Ehrenamt

Verwaltungschef Detlev Brüggemann (l.) und Fachbereichsleiterin Heidi Mohr (r.) begrüßen Bufdi Manfred Bode. Er unterstützt künftig das Amt Pinnau bei der Bewältigung der zahlreichen Aufgaben. Viktoria Bergstedt (Zweite v. l.) wechselt nach fast 15 Jahren in Rellingen nach Itzehoe, Dagmar Quentin-Krane übernimmt ihre Verwaltungsaufgaben aus dem Bereich Asylbewerber.
Verwaltungschef Detlev Brüggemann (l.) und Fachbereichsleiterin Heidi Mohr (r.) begrüßen Bufdi Manfred Bode. Er unterstützt künftig das Amt Pinnau bei der Bewältigung der zahlreichen Aufgaben. Viktoria Bergstedt (Zweite v. l.) wechselt nach fast 15 Jahren in Rellingen nach Itzehoe, Dagmar Quentin-Krane übernimmt ihre Verwaltungsaufgaben aus dem Bereich Asylbewerber.

Bisher zuständige Mitarbeiterin Viktoria Bergstedt verlässt die Verwaltung.

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01. Juli 2015, 10:00 Uhr

Rellingen | Stühlerücken im Amt Pinnau: Nach fast 15 Jahren verlässt Viktoria Bergstedt das Ordnungsamt und wechselt in die Verwaltung nach Itzehoe. Ihre Aufgaben im Bereich der Asylbewerber übernimmt Dagmar Quentin-Krane, die bislang im Bereich Strategische Steuerung tätig war. „Wir werden Frau Bergmanns Stelle intern kompensieren und die Aufgaben neu verteilen“, sagt Verwaltungschef Detlev Brüggemann. Solche Veränderungen seien immer eine gute Gelegenheit, die bestehenden Strukturen zu hinterfragen und gegebenenfalls zu ändern.

Ein neuer Mitarbeiter wird Quentin-Krane tatkräftig unterstützen: Manfred Bode wirkt im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes als Bindeglied zwischen dem Amt Pinnau und den Gruppen, die sich in den einzelnen Orten ehrenamtlich um die Betreuung der Flüchtlinge kümmert. Der 59-Jährige hat 35 Jahre lang als Sportjournalist gearbeitet und dabei insbesondere von Veranstaltungen im Pferdesport aus ganz Europa berichtet.

Seit vielen Jahren lebt Bode im Kreis Pinneberg. „Vor einem halben Jahr bin ich nach Kummerfeld gezogen und kam ganz zufällig ins Gespräch mit meiner Vermieterin zum Thema Flüchtlinge“, berichtet Bode. Besagte Vermieterin arbeitet bei der Diakonie – und wurde sofort hellhörig angesichts der Tatsache, dass Bode eine Beschäftigung suchte. Schnell war der Kontakt zur Kummerfelder Osterkirchengemeinde mit ihren ehrenamtlich engagierten Mitgliedern hergestellt.

Unterstützung im täglichen Leben

„Parallel dazu hatte ich mich bereits auf die ausgeschriebene Stelle des Amts Pinnau beworben, kurz darauf wurde die Bufdi-Stelle bewilligt – das passte einfach“, sagt Bode.

Seine Aufgaben klar zu definieren sei jedoch eher schwierig, denn noch seien viele Prozesse in der Findungsphase. „Das fängt bei ganz einfachen Dingen wie beispielsweise der Mülltrennung an“, erklärt Bode. Unterstützung bei der Wohnungssuche für bereits anerkannte Flüchtlinge gehörten ebenso dazu wie die Begleitung bei Ämtergängen, Einkäufen, zu Vorstellungsgesprächen oder auch die Fahrten zur Anhörungsstelle nach Neumünster.

„Inzwischen werden die Flüchtlinge direkt auf die Kommunen verteilt, statt dass sie wie bisher die erste Zeit im Erstaufnahmelager in Neumünster zu verbringen“, erläutert Bode. Das führe aber auch dazu, dass die Asylanträge zu einem späteren Zeitpunkt in Neumünster persönlich gestellt werden müssten.

„Zwei Iraker bekamen dann einen Termin – morgens um 8 Uhr – und hatten keine Möglichkeit, mit öffentlichen Verkehrsmitteln pünktlich dort zu sein“, berichtet Bode. Während für die Gemeinden Kummerfeld, Prisdorf und Borstel-Hohenraden in solchen Fällen das Fahrzeug der Diakonie zur Verfügung stehe, sei dies in Tangstedt nicht der Fall.

Bürokratische Hürden und Stolperfallen

An diesem Punkt setzten die Mühlen der Bürokratie ein. „Ich dachte, dass es ganz einfach sei, die beiden mit meinem Privatwagen nach Neumünster zu fahren und dann eine Kilometer-Pauschale abzurechnen“, sagt Bode. Weit gefehlt: Die Pauschale muss vom Asylbewerber beim Sozialamt beantragt und anschließend an den Fahrer ausgezahlt werden. „Versuchen Sie mal, das jemandem zu erklären, der kaum der Sprache mächtig ist“, sagt Bode. Genau da sieht er einen Teil seiner Aufgabe: Praktikable Lösungen zu suchen und derartige Prozesse zu vereinfachen.

„Freundlichkeit und der Servicegedanke sollten bei den Behörden selbstverständlich sein, sind es aber häufig nicht“, bemängelt Brüggemann. Gerade bei der Wohnungssuche würden Menschen mit Bleiberecht oft allein gelassen. „Wir suchen gezielt nach Wohnraum für die Anerkannten“, sagt Brüggemann.

„Ich wünsche mir einen Ort der Begegnung, zu dem alle Bürger gern kommen“, sagt Bode. Und weitere ehrenamtliche Unterstützer, die sich als Paten ganz gezielt um ihre „Schützlinge“ kümmerten: „Wir sind noch lange nicht genug.“

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