Amt für Staatsfeinde

shz.de von
04. April 2014, 20:32 Uhr

Der Bundesnachrichtendienst will kein Geheimdienst mehr sein. Zuerst gibt er mal alle seine geheimen Filialen in Deutschland bekannt. Das waren so geheimnisvolle Behörden wie das

„Amt für Militärkunde“ in Bonn oder die „Bundesstelle für Fernmeldestatistik“. Der Präsident des Auslandsgeheimdienstes hat eingesehen: solche Versteckspiele brauchen wir nicht mehr.

Mit dem Geheimhalten hat es ja sowieso die ganzen Jahre nicht geklappt. Die Terrorgruppen oder die Neo-Nazis haben sich ja schon über uns lustig gemacht, weil wir selber nicht mehr wussten, wer ist eigentlich ein V-Mann oder welcher Neo-Nazi ist Angestellter in der Behörde. Also wird BND-Präsident Gerhard Schindler jetzt das neue Geheimdiensthaus in Berlin-Mitte eröffnen, sozusagen das „Amt für Staatsfeinde.“

Terroristen oder solche, die es werden wollen, können sich dann gleich direkt dort melden und ihre bevorstehenden Anschläge bekanntgeben. Der Geheimdienst spart enorm Personalkosten, das ewige Herumschleichen von Spionen mit hochgeschlagenem Mantelkragen wird aufgegeben.

Alle Staatsfeinde können jetzt über Internet einen Anmeldebogen runterladen und darin eintragen, welche Personen sie demnächst entführen oder liquidieren möchten. Nach dem erfolgten Anschlag wird der BND dann genau wie bisher immer behaupten: „Das haben wir alles schon gewusst. Wir standen schon kurz vor dem Zugriff.“ Als Sonderservice bietet der BND-Präsident im Übrigen an: Für alle überlasteten Eltern kleiner Kinder übernehmen wir zu Ostern kostenlos das Eier-Verstecken. (Nach Spionagemethoden versteht sich.)

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