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Pinneberger Tageblatt

21. September 2017 | 03:36 Uhr

Altlasten: Politik scheut das Risiko

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Stadtentwicklung Änderung für Ilo-Areal gefordert

von
erstellt am 07.Mai.2016 | 16:41 Uhr

Die Pläne sind ehrgeizig: Der Investor Matrix plant auf dem Areal der ehemaligen Ilo-Motorenwerke einen neuen Stadtteil mit Wohnungen und Gewerbeflächen. Start für das Mühlenauquartier: 2017. Doch zunächst muss mit Pinneberg ein sogenannter städtebaulicher Vertrag auf den Weg gebracht werden, der die Rahmenbedingungen festlegt. Daran beißen sich die Verantwortlichen derzeit die Zähne aus. Nachdem bereits im März einem ersten Entwurf nicht zugestimmt wurde, liegt jetzt die neue Version vor.

Doch die stößt auf wenig Gegenliebe. Streitpunkte sind die Anzahl der Wohnungseinheiten, die Quote des geförderten Wohnbaus und die Altlasten. Wenn am Dienstag, 10. Mai, ab 18.30    Uhr im Rathaus die Politik erneut über den Vertrag berät, sind heftige Debatten programmiert. Ein Ergänzungsantrag liegt bereits vor: Die Zahl der maximal zu errichtenden Wohneinheiten auf diesem Areal soll auf 250    bis 360 festgelegt werden, fordert die CDU. Der Anteil der Sozialwohnungen soll 20 Prozent betragen.

Der Investor pocht hingegen auf 360 Wohnungen, davon 15 Prozent als geförderter Wohnungsbau. Schon mit diesem Punkt stimmt auch die Fraktion Grüne und Unabhängige nicht überein. „Die vom Investor beim Ilo-Gelände angebotenen 15    Prozent sozialer Wohnungsbau sind schlicht nicht zu akzeptieren: Wir fordern 30 Prozent mit Pinneberger Belegungsrechten“, sagt Fraktionsvorsitzender Joachim Dreher (Grüne und Unabhängige). Zum Ausschuss werden auch die Grünen einen Änderungsantrag vorlegen.

„Möglichst wenig Wohnungen und viel Gewerbe“, möchte FDP-Fraktionssprecher Werner Mende .

Die Sozialdemokraten wollen dem Vertrag zustimmen. „Es wird keinen Änderungsantrag geben“, sagt SPD-Fraktionschefin Angela Traboldt. Die Sozialdemokraten rechnen mit höheren Einnahmen für die Stadt, „wenn sich das Gebiet entwickelt“.

Uwe Lange, Fraktionschef der Bürgernahen, macht sich Sorgen um die Sicherheit: Das Haftungsrisiko auf der ehemaligen Deponiefläche soll weiterhin die Stadt tragen – der Investor zahlt einmalig 150  000 Euro. Mit der Politik wird das nicht zu machen sein. „Risiken sind zu benennen, die Verantwortungen aus finanzieller Sicht sind festzulegen“, fordert Carl-Eric Pudor (CDU).



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