Schenefeld : Altes Postgebäude soll Energie-Haus werden

Er will etwas für seine Stadt tun: Willy Kanow vor dem alten Postgebäude, das er zum Energie-Haus machen will.
Er will etwas für seine Stadt tun: Willy Kanow vor dem alten Postgebäude, das er zum Energie-Haus machen will.

Willy Kanow hat die Idee, das alte Postgebäude zum Lernzentrum mit Ausstellung über Ökostrom und Klimawandel umzubauen.

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28. Juli 2014, 10:00 Uhr

Schenefeld | Willy Kanow redet nicht nur, er will auch etwas tun für seine Heimatstadt. Im Ausschuss für Energie, Wasser und Abwasser der Stadt Schenefeld ist er regelmäßig Gast – allerdings nicht, um Fragen zu stellen, sondern um Vorschläge zu machen und seine Visionen detailiert vorzustellen. So auch bei der letzten Sitzung.

Der Diplom-Ingenieur schlug den Politikern vor, das ehemalige Postgebäude gegenüber dem Rathaus in ein „Energie-Haus Schenefeld“ umzubauen. Dort will er das „grüne Klassenzimmer“ eirichten, ein Foyer mit Ausstellung über erneuerbare Energie und den Klimawandel herrichten, die Energieberatung der Stadt ansiedeln sowie die Bücherei und eine E-Ladestation unterbringen. Zudem soll das Gebäude mit Photovolatikanlagen seinen Strom selbst produzieren – und den für das Rathaus gleich mit.

Seine Idee für das grüne Klassenzimmer hatte er bereits im vorigen Jahr im Schulausschuss der Stadt Schenefeld vorgestellt und durchweg positive Resonanz erfahren. In dem Unterrichtsraum für die Schenefelder Schulen sowie die Volkshochschule sollen die Themen Energie und Umwelt anschaulich und praktisch vermittelt werden – so sein Ansatz. Das autarke Gebäude soll Experimentierplätze für 30 bis 40 Schüler enthalten.

Der 75-Jährige brennt für das Thema erneuerbare Energie. Das spürt jeder, der auch nur wenige Worte mit ihm wechselt. Kanow weiß, wovon er redet. In seinem Berufsleben hat er schon viele Projekte für Siemens und Phillips betreut.

Die Idee für ein Energie-Haus hatte er auch während der Klimakonferenz in Wedel schon einmal vorgestellt. Während der Tagung konnten Bürger eigene Vorschläge einbringen, die, sofern die Politiker zustimmen, später Teil des Klimaschutzkonzepts der Stadt werden können.

Dort sei man sehr interessiert gewesen an seinem Vorschlag, erzählt der Rentner. Warum also nicht auch so etwas in Schenefeld probieren?, habe er sich gedacht. Ihn störe nur, dass die Mühlen der lokalen Politik so langsam mahlen. „Ich komme aus der Wirtschaft. Ich bin es nicht gewohnt, dass es langsam vorangeht.“

Am liebsten würde er wohl gleich loslegen. Das alte Postgebäude sei ideal für solch ein Vorhaben, findet er. Auch Broschüren mit vielen Möglichkeiten für die Stadt, Fördermittel zu bekommen, übergab er den Politikern im Ausschuss und forderte sie auf, sich mit dem Thema auseinander zu setzen.

Bürgermeisterin Christiane Küchenhof (SPD) zollte ihm Respekt für seine Idee, „Ich bewundere das Engagement, dass Sie an den Tag legen.“ Das Feedback der Ausschussmitglieder fiel zurückhaltender aus. Bernd Peschka (SPD) gab zu bedenken, dass man das Gebäude zu diesem Zweck sehr stark umbauen müsste. „So einfach ist das nicht, wie Sie sich das vorstellen.“ Zudem präferiere die SPD zurzeit einen Abriss des Gebäudes, um dort Wohnhäuder zu bauen.

Küchenhof erklärte, dass das gesamte Areal derzeit überplant werde. Deshalb sei sein Vorschlag bei der zuständigen Arbeitsgruppe und im Ausschuss für Stadtentwicklung besser aufgehoben. Sie halte den Vorstoß aber für eine „spannende Idee“.

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