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Welttag der Partnerstädte : Altes Abreißen, Neues Aufbauen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Städte aus dem Kreis Pinneberg pflegen Freundschaften zu Gemeinden in Ostdeutschland. Dort stehen einige Großprojekte an.

shz.de von
erstellt am 26.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Am kommenden Sonntag ist Welttag der Partnerstädte. Viele Gemeinden im Kreis Pinneberg pflegen Freundschaften mit anderen Städten in der Welt. Etwas besonderes sind die deutsch-deutschen Partnerschaften, die vor allem in den Jahren nach der Wende geschlossen wurden.

Elmshorn etwa hat sich mit Wittenberge (Landkreis Priegnitz, Brandenburg) zusammengetan, Wedel ist Partner von Wolgast (Landkreis Vorpommern-Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern) und Quickborn pflegt eine Freundschaft mit Malchow (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern). Und so ist der Tag der Partnerstädte eine gute Gelegenheit nachzuhören, was die Menschen dort bewegt.

Wittenberge an der Elbe leidet unter einem Problem: Die Zahl der Einwohner sinkt stetig. Etwa 35.000 waren es mal zur DDR-Zeit. Nun leben dort laut Stadtverwaltung noch 17 .500 Menschen. 2000 Wohnungen stehen leer – fast 20 Prozent des Bestands. Die Prognose für 2030: 13.000 Einwohner und 5000 leerstehende Wohnungen.

Außerhalb der Altstadt gibt es etliche sogenannte Neubauviertel. Das sind Stadtteile mit Plattenbauten, die in den Siebzigerjahren modern und begehrt waren. Die Stadtverwaltung will die Blöcke zum Teil abreißen lassen und die Menschen motivieren, in die Innenstadt zu ziehen. „Aber die Leute wollen das gar nicht“, sagte eine Lokaljournalistin. In die Altstadt werde währenddessen kräftig investiert.

Bis 2030 soll nun ein Drittel des gesamten Wohnungsbestands verschwinden. Obwohl das Problem seit Langem besteht, ist die Diskussion neu entbrannt. Bagger haben begonnen, Häuser im Allendeviertel abzureißen.

Etwa 2000 Menschen leben dort. Um einen Teil von ihnen in die Innenstadt zu bewegen, müssten die Methoden von günstigen Angeboten bis zu „sanftem Druck“ reichen, gibt die Tageszeitung „Märkische Allgemeine“ den Chef der stadteigenen Wohnungsbaugesellschaft Wittenberge, Thorsten Diehn, wieder. Ein probates Mittel sei, den Standard der noch bewohnten Blöcke nicht zu verbessern. „Dann dürfen dort keine Aufzüge mehr eingebaut werden“, sagte Diehn demnach.

Wolgast an der Ostsee will mehr Touristen anlocken. Der Ort leidet unter der Konkurrenz zur Ferieninsel Usedom. Nun soll die Schlossinsel in der Peene, welche Wolgast und Usedom trennt, umgestaltet werden. Denn das namengebende Schloss pommerscher Herzöge gibt es schon lange nicht mehr. Das Eiland ist zu einem Großteil Industriebrache.

„Die Stadt hat die Brachflächen gekauft. Wir wollen ab Sommer einen Park anlegen und einen interaktiven Rundgang zur Geschichte der Insel. Es sollen exklusive Wohnungen entstehen, ein Wellnesshotel, Gastronomie, Handel“, sagte Bürgermeister Stefan Weigler (parteilos). 60 Millionen Euro soll das kosten. Insgesamt 15 Millionen kommen aus Fördermitteln, vom Land und aus der der Stadt. Den Rest soll ein privater Investor schultern, der noch gefunden werden muss.

Ein zweites Riesenprojekt soll Wolgast besser erreichbar machen. Eine 100 Millionen Euro teure zusätzliche Brücke über die Peene ist geplant.

Auch Malchow (Mecklenburger Seenplatte) hat eine neue Brücke, die zur Altstadtinsel führt. Sie hat sieben Millionen Euro gekostet. „Die alte konnte wegen nicht zertifizierter Stehlen maximal 16 Tonnen tragen. Ein Riesenproblem, etwa für Fahrzeuge der Feuerwehr“, sagte Malchows Bürgermeister Joachim Stein (Grüne). 14 Monate lang mussten die Malchower einen Umweg von 20 Kilometern nehmen, wie der NDR berichtete.

Nicht in der Hand der Kommunalpolitiker, aber trotzdem laut Stein ein großer Aufreger: Das Aus für die Mecklenburger Südbahn (Hagenow-Neustrelitz) auf dem Abschnitt zwischen Parchim und Malchow. Dort sollen statt dessen bald Busse fahren. Stein sagte: „Damit verschlechtert sich auch die Verbindung nach Hamburg und zu unserer Partnerstadt Quickborn.“

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