Pinneberger Sportforum : Alterssport ist Gesundheitssport

Wer im Alter aufs Pedelec umsteigt, macht es sich leichter - und kann eventuell länger mühelos radeln.

Wer im Alter aufs Pedelec umsteigt, macht es sich leichter - und kann eventuell länger mühelos radeln.

„Forever Young“ – Gesundheitssport im Alter ist Thema auf dem fünften Pinneberger Sportforum.

shz.de von
04. Juni 2018, 18:00 Uhr

Pinneberg | Der Anteil älterer Menschen in unserer Gesellschaft nimmt rapide zu. Begriffe wie Alter, Senioren oder Best Agers müssen inhaltlich neu besetzt werden, wenn sie die Ansprüche und die zunehmend aktive Lebensweise der Menschen über 50 Jahre korrekt beschreiben sollen.

Das fünfte Sportforum hat sich am vergangenen Samstag mit genau diesen komplexen Fragen beschäftigt. Uwe Hönke begrüßte im Namen der Pinneberger Sportallianz, bestehend aus VFL, SCP und SUS Waldenau, mehr als dreißig Interessierte, darunter viele Vertreter politischer Parteien.

Ideenschmiede: An Workshop-Tischen wurde über Sport im Alter beraten.
Kölln (2)
Ideenschmiede: An Workshop-Tischen wurde über Sport im Alter beraten.
 

Bürgermeisterin Urte Steinberg wies in Ihrer Rede auf die Notwendigkeit hin, dass gute Angebote der Stadt aktiven Sport auch im Alter möglich machen müssen: „Der Sportentwicklungsplan ist beschlossene Sache, jetzt geht es um die Umsetzung.“

Mehr Beachtung für Senioren

Brigitte Ross, Referentin für Senioren- und Gesundheitssport des LSV, betonte in ihrem Referat, dass Pinneberg sich im Vergleich anderer Städte zwar gut positioniert habe, aber dass auch hier die immer größer werdende Gruppe der Senioren mehr Beachtung bedarf: „Kinder, die heute geboren werden, haben gute Chancen, mehr als 100 Jahre alt zu werden. Unsere Senioren sind heutzutage bis zum Alter von 85 Jahren sportlich aktiv.“ Es gibt Angebote des LSV für Senioren, die in den Vereinen, aber ohne Vereinszugehörigkeit, wahrgenommen werden können.

Uwe Hönke von der Pinneberger Sportallianz sammelte die Ideen.
Hans-Joachim Kölln
Uwe Hönke von der Pinneberger Sportallianz sammelte die Ideen.
 

Traudchen Perrefort, strategische Konzeptentwicklerin der Stadt, erklärte den Zuhörern die Situation. Angesichts der starken Unterstützung im Vorfeld und der guten Präsenz der Politik beim Forum sind die Chancen gut, dass die Ratsversammlung am 14. Juni formell die Arbeitsgruppe (AG) Sportentwicklung als Lenkungsorgan ins Leben ruft. Gebildet wird die AG aus Vertretern der Stadtverwaltung, der Politik, des Schulwesens, der Junioren- und Seniorenräte. Auch die Sportallianz erhält Sitz und Stimme und will das Ergebnis des Sportforums einbringen.

„Wir brauchen gute Ideen“

In vier Workshops erarbeiteten die Forumsteilnehmer konkrete Ideen zu unterschiedlichen Themen. Zunächst stellt sich die Frage, welche Trends bei den Generationen 50+, 60+ und 70+ angesagt sind und was überhaupt deren Wünsche sind. Eine bessere Zusammenarbeit und Vernetzung zwischen Vereine und Institutionen soll helfen, überhaupt den Kontakt zu älteren Menschen herzustellen.

Wie sich ältere Menschen trotz schmaler Renten Gesundheitssport weiterhin auch leisten können, ist ein Frage der Geldquellen und Fördertöpfe, aber auch der gemeinsamen Nutzung von Ressourcen. Viertes Thema war, wie weniger mobile Menschen zu den Sportstätten gelangen können und wie der Zugang zu Sportstätten für nicht Vereinsmitglieder geregelt werden kann.

Die Tatsache, dass auch viele Ältere ihren Sport nicht vereinsgebunden ausüben, müsse immer Teil der Betrachtung bleiben, so eine mahnende Stimme aus dem Teilnehmerkreis. Es ginge nicht darum, ältere Sportler in die Vereine zu bekommen, sondern zusammen ein breit angelegtes Angebot für alle Pinneberger zu erarbeiten, die sich mit Sport im dritten Lebensabschnitt gesund erhalten möchten, ob im Verein, privat in der Gruppe oder völlig individuell.

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