„2018: Das wird mein Jahr!“ : Als Rentner mal wieder selbst Nachwuchs sein

Für Rainer Adomat steht der Jahreswechsel für einen neuen Lebensabschnitt.
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Für Rainer Adomat steht der Jahreswechsel für einen neuen Lebensabschnitt.

Rainer Adomat verabschiedet sich vom Schäferhof, hat aber nun den Vorsitz des Pinneberger Kreis-Heimatverbands übernommen.

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30. Dezember 2017, 13:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Für Rainer Adomat ist der Jahreswechsel von 2017 zu 2018 ein besonderer: Er steht für den Beginn eines neuen Lebensabschnittes, einer neuen Aufgabe. Er hatte bereits im Frühjahr 2017 den Vorsitz des Kreis-Heimatverbandes übernommen, 2018 wird er vom Schäferhof verabschiedet. Für Adomat schließt sich damit ein Kreis: Bereits in der Jugend beschäftigte er sich mit Heimatgeschichte.

Adomats Eintritt in den Ruhestand hat im Zusammenhang mit weiteren Verabschiedungen zu einem Generationenwechsel auf dem Schäferhof geführt. „Ein Generationenwechsel hat eigentlich auch beim Kreis-Heimatverband stattgefunden“, sagt dessen neuer Vorsitzender. „Wer sich dort zu engagieren beginnt, ist überwiegend aus der Generation sechzig Plus und löst die Generation 80 plus ab,“ erläutert er. So gesehen gehört Adomat direkt nach seinem Eintritt in den Ruhestand schon wieder zum Nachwuchs. Er stellt sich nun also auf 20 Jahre Engagement ein – beinahe ein zweites Berufsleben.

Adomat kommt damit nun auf etwas zurück, was er in der geschäftigen Mitte seines Lebens beiseite gelegt hatte. Als Kind aus Ostpreußen geflohener Eltern hatte der Heimatbegriff für ihn von Klein auf eine besondere Relevanz: „Mich faszinierte die Dramatik, die in geschichtlicher Entwicklungen liegt.“ Krieg, Flucht, Ankommen und Fuß fassen waren Themen in Adomats Familie. „Ich glaube, dass es kein Zufall ist, dass sich jemand aus einer Flüchtlingsfamilie mit Heimat beschäftigt“, vermutet er. „Man bringt eine andere Distanz zu Gewachsenem mit und nimmt es deswegen nicht für selbstverständlich.“

Als Kind begeisterten ihn Museen der näheren Umgebung, gern lauschte er Erzählungen von früher. Mit 14 Jahren begann er eigene Forschungen über seinen Heimatort Kölln-Reisiek anzustellen. Schließlich studierte Adomat in Hamburg Deutsch und Geschichte. Nach dem Studium kam er über Umwege zur Arbeit bei der Diakonie. In seiner Freizeit engagierte er sich aber im damaligen Konrad-Struve-Muesum in Elmshorn. „Dort konnte ich auch meine Forschungsergebnisse über Kölln-Reisiek einbringen“, berichtet er. Sie flossen in den 1980ern mit in eine Publikation über seinen Heimatort mit dem Titel „Eine Gemeinde stellt sich vor“. Mit der Familiengründung fehlte Adomat allerdings die Zeit für seine nebenberuflichen Tätigkeiten. Zwei Kinder wollten großgezogen werden. Jetzt ist dafür wieder Zeit.

„Seit fünf Jahren habe ich mit der Forschung wieder angefangen“, berichtet Adomat. Seit 2014 ist er stellvertretender Vorsitzender des Kreis-Heimatverbandes, jetzt Vorsitzender. Besonderes Augenmerk legt er auf das Jahrbuch. „Das ist ein wichtiger Schatz, weil es die einzige regionalgeschichtliche Publikation ist, in der man speziellere Themen einem größeren Kreis von Interessierten zugänglich machen kann.“

Wichtig ist Adomat ein dynamischer Heimatbegriff, der weder ausblendet noch verklärt und sich an keinem starren Fixpunkt festmacht. „Es geht darum, Neues mit Altem, so zu verknüpfen, so dass der Prozess des Gewachsenen spürbar bleibt“, beschreibt er sein Ansinnen. „Sympathisch ist, dass der Heimatbegriff im Verband so verstanden wird, dass er nicht ausgrenzend ist und sich nicht gegen andere richtet. Das ist mir wichtig. Mein Heimatbegriff ist nach vorn gerichtet.“ Nach vorn blicken kann Adomat nun getrost. „Auf das Amt fühle ich mich gut vorbereitet.“

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