Fotoausstellung : Als Elmshorn noch Motorsportstadt war

Der Motor-Sport-Club Elmshorn organisierte in den 1950er- bis 1970er-Jahren große Motorradrennen in Elmshorn.
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Der Motor-Sport-Club Elmshorn organisierte in den 1950er- bis 1970er-Jahren große Motorradrennen in Elmshorn.

In der 50er- und 60er-Jahren wurden in Elmshorn Motorradrennen gefahren.

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31. Januar 2018, 18:00 Uhr

Elmshorn | In sechs Klassen wurde bei dem Motorsportevent gefahren; die kleinste Klasse waren die 125er. Die 50-Kubik-Kreidler von Klaus Hauschildt hatte damals eigentlich keine Chance. „Ich bin da eher aus Quatsch mitgefahren, aber – Letzter geworden bin ich nicht.“ Hauschildt ist Zeitzeuge einer ganz besonderen Ära, denn in den 50er- bis 70er-Jahren war Elmshorn eine Rennsportstadt. Einmal im Jahr wurde mit Motorrädern erst durch die Straßen, ab 1952 über die Trabrennbahn gejagt. Von dieser Zeit erzählt nun eine Fotoausstellung im Elmshorner Rathaus. Gezeigt werden zwölf großformatige Aufnahmen aus dem Nachlass von Per Koopmann. Entdeckt hatte die Bilder der ehrenamtliche Stadtarchivemitarbeiter Arno Freudenhammer, als er im Dezember einen Karton mit Negativen durchgesehen hatte. „Ich dachte, das sind so tolle Bilder, die muss man zeigen.“ Über Kontakte fand Freudenhammer mit Hauschildt und Jürgen Tiedemann sogar zwei Elmshorner, die selbst einmal mitgefahren waren. 

1961 wurde noch auf Gras gefahren, später dann auf Sand. Etwa 100 Fahrer traten jedes Jahr in Elmshorn an.
Per Koopmann / Stadtarchiv Elmshorn
1961 wurde noch auf Gras gefahren, später dann auf Sand. Etwa 100 Fahrer traten jedes Jahr in Elmshorn an.
 

Dreimal trat Tiedemann bei den Elmshorner Rennen an; 1959 bis 1961 war das. Der Seniorchef vom Autohaus Tiedemann fuhr damals eine NSU Sportmax in der 250er Klasse. „Die Maschine war Jahrgang 1955. Ich war zu der Zeit noch in der Lehre als Kraftfahrzeugmechaniker und habe einiges umgebaut“, erzählt er. Neue Reifen wurden aufgezogen und Ballast abgeschraubt, damit das Motorrad leichter und schneller wurde. Auch an der Leistung wurde gedreht. „Das war eine typische Arbeit in den Wintermonaten“, erzählt er. Das Schrauben an der eigenen Maschine war damals typisch. „Am Anfang fuhren keine Profis mit. Das waren junge Leute, die Lust auf den Sport und am Basteln hatten“, sagt Tiedemann. Aber bald schon zogen die Elmshorner Rennen, die erst auf der Grasbahn und später auf Sand gefahren wurden, Rennfahrer aus ganz Deutschland und dem europäischen Ausland an. 7000 bis 8000 Besucher kamen damals zu den Motorsportveranstaltungen, die nicht nur für Motorfans etwas boten. So zeigen die Fotos aus der Zeit auch eine Schau für Damenmode, die in den Pausen die weiblichen Gäste bei Laune halten sollte und für Kinder gab es Spielzeugautos.

Hauschildt fuhr nur einmal die Grasbahn, blieb aber dem Motorsport treu und fuhr erfolgreich Geländesport. Auch Tiedemann fuhr weitere Rennen. Seine NSU Sportmax, mit der er einst in Elmshorn angetreten war, hatte er als junger Mann verkauft. Vor etwa 25 Jahren konnte er sie aber zurückkaufen und hat die Maschine aufbereitet. „Sie läuft nicht mehr, es ist ein Liebhaberstück.“

Die Fotoausstellung zeigt noch bis Freitag, 16. März, Bilder der Motorradsport-Veranstaltungen aus den 50er- und 60er-Jahren im Elmshorner Rathaus, Schulstraße 15-17.

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