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Ausverkaufte Schulaula : Alma Hoppe zu Gast in Rellingen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Mit dem dritten Teil aus dem Programm „Frontalschaden“ gastierte das Kabarett-Duo Alma Hoppe in der ausverkauften Aula der Rellinger Caspar-Voght-Schule.

shz.de von
erstellt am 20.Feb.2017 | 16:00 Uhr

Rellingen | Riesenapplaus und eine musikalische Zugabe für die vergnügliche Männer-WG. Mit dem dritten Teil aus dem Programm „Frontalschaden“, dieses Mal „Männerwirtschaft und faustdicke Wahrheiten“, gastierte das Kabarett-Duo Alma Hoppe, Jan-Peter Petersen und Nils Loenicker in der ausverkauften Aula der Rellinger Caspar-Voght-Schule. Das gegensätzliche WG-Gespann bescherte dem bestens gelaunten Publikum, darunter Bürgermeister Marc Trampe mit seiner Frau, einen Abend mit hohem Belustigungsfaktor. Dieses traf auch auf die beiden Protagonisten zu, die mit sichtlichem Spielspaß als satirische Trolle agierten.

Dekorierte Bühne mit Pfiff

Der Auftritt des Hamburger Kabarett-Duos hat Tradition in Rellingen. Bereits zum 21. Mal machten die beiden Hamburger hier Station und die mit einem roten Sofa sparsam dekorierte Bühne zum vergnüglichen Treffpunkt des aktuellen Weltgeschehens.

„Wir passen einfach nicht zusammen“, jammert Nils, der Sicherheitsfanatiker mit Stauballergie, und Allergie gegen einfach alles. Laktoseintoleranz ist da noch das kleinste zu vermeidende Übel. Und eigentlich ist er ja auch allergisch gegen Jan-Peter, den „Goldmedaillenträger im Dreckschleudern“, der im Bett Zigarre raucht. „Und was tut man, wenn man nicht zusammenpasst“, fragt Nils. „Man kann ja einfach mit einem anderen Land Streit anfangen. Wir gründen einfach eine Nils-Partei“.

In seiner fiktiven Rede will er die Massen begeistern, da geht es von „Hutsi“ zu „Tutsi“ und die aktuelle Lage in Ruanda: „Hauptsache, sie stehen nicht vor unserer Haustür“, konstatiert Nils, der flugs in die Rolle von Polit-Provokateur Thilo Sarrazin schlüpft. Mit Blick auf die aktuellen Umfragen verkündet er: „Die SPD ist so hohe Zahlen ja nicht mehr gewohnt.“

AfD-Chef in braun beschmutzter Hose

An anderer Stelle kommt Nils als schludriger, volltrotteliger AfD-Vorsitzender in braun beschmutzter Hose daher, und das Publikum reagiert zum gefühlt hundertsten Mal an diesem Abend mit Lachsalven. Im folgenden Dialog mit Jan-Peter wird der zuvor von Nils zitierte Satz „Die reine Le(h)ere ist ein philosophischer Zustand“ zu einer nachdenklich machenden Pointe.

Als Sportmoderatoren ziehen Nils und Jan-Peter auf dem roten Sofa in einem fiktiven Fußballspiel über die Parteienlandschaft her. „Wer hält die Grünen heute eigentlich noch für Rebellen?“

Köstlich auch der Dialog in einer Restaurantszene

Köstlich auch der Dialog zwischen Nils und Jan-Peter in einer Restaurantszene mit, als Nils den als Kellner agierenden Jan-Peter nach jedem einzelnen Lebensmittel seiner Bestellung pedantisch abfragt – schließlich ist er ja quasi gegen alles allergisch – und Petersen schließlich sichtlich genervt kontert, dass sein Gast nicht mit Bargeld zahlen könne, da er eine „Kokain- und Schimmelpilz-Allergie“ hätte. Mit sichtlichem Vergnügen und pointierter Mimik inszeniert Nils Loenecker die Rolle der Marlene Jaschke.

Zum Schluss organisiert Petersen im kaftanähnlichen Gewand und gewohnt schnodderigen, augenzwinkernden Charme ein Nachbarschaftsfest mit „Wüsten-Dips“ und Buddha-Statue auf dem Sofa und Nils, inzwischen zum „perfekt integrierten“ Ali geworden, bringt eine Schüssel Köfte vorbei. Fazit: Nach so viel Einfallsreichtum und dialogfreudigem Wortwitz muss nach Teil Drei der Männerwirtschaft noch lange nicht Schluss sein.

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