Rellingen : Allzeit bereit fürs Abenteuerland

Fiona Schaumann (von links), Nina Kreutzfeld, Clara Corino, Tabea Lange und Julia Hinsch praktizieren den internationalen Pfadfindergruß „Seid bereit“.
Fiona Schaumann (von links), Nina Kreutzfeld, Clara Corino, Tabea Lange und Julia Hinsch praktizieren den internationalen Pfadfindergruß „Seid bereit“.

Ausfahrten, Zeltlager, Gruppenspiele: Bei den Rellinger Pfadfindern ist immer etwas los. Kleingruppen sollen für Zusammenhalt sorgen.

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26. Mai 2015, 11:07 Uhr

Rellingen | Wer den Begriff Pfadfinder hört, dem dürfte zunächst einmal das Disney-Universum in den Sinn kommen. Dort sind die Donald-Duck-Neffen Tick, Trick und Track Mitglieder im „Fähnlein Fieselschweif“, nehmen an Zeltlagern teil und setzen sich aktiv für ein positives Zusammenleben von „Mensch“ und Natur ein.

Soweit die Fiktion. Doch die Realität ist mitunter nicht allzu weit entfernt. Auch in Rellingen gibt es eine Pfadfindergruppe – und auch dort wird mehrfach pro Jahr ins Zeltlager gefahren. Einer der Höhepunkte stand gerade erst auf dem Plan. Über Pfingsten ging es mit dem Bus nach Bayern, wo sich, in Adelsdorf in der Nähe von Forchheim, exakt 3462 Pfadfinder aus ganz Deutschland trafen. Ein Meer aus schwarzen Kohten und Jurten – so heißen die Zelte bei den Pfadfindern, die sich in ihrer Konstruktion an den Behausungen von Nomadenvölkern orientieren. „Die Farbe hat ebenfalls Tradition. Schon die Zelte der deutschen Jugendbewegung Anfang des vergangenen Jahrhunderts waren schwarz“, sagt Nina Kreutzfeld.

Die 18-Jährige ist Gildenführerin bei den Rellinger Pfadfindern. Ihr unterstehen zwei Gruppen von Kindern beziehungsweise Teenagern im Alter von zehn bis zwölf sowie von 13 bis 14 Jahren. Alles Mädchen. „Die Gruppen sind bei uns Pfadfindern geschlechtergetrennt. Mädchengruppen heißen ,Hage’, die Jungen bilden ,Stämme’, so Kreutzfeld. Beide Rellinger „Hage“ zusammen haben gerade einmal neun Mitglieder. Doch das ist durchaus so gewollt, wie die Gildenführerin betont. „Ein paar mehr würden wir uns schon noch wünschen. Aber acht pro Gruppe sind das Maximum, damit sich keine internen Grüppchen bilden“.

Das Domizil der Rellinger Pfadfinder, die zum Deutschen Pfadfinderbund Hamburg (DPBH) gehören, befindet sich im Gemeindehaus der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde am Hermann-Löns-Weg 62. „Wir haben ein tolles Außengelände und freuen uns, dass wir das Gebäude mitnutzen dürfen. Allerdings sind wir keine christlichen Pfadfinder, sondern für jeden offen“, sagt Kreutzfeld. Hauptsächlich gehe es um die Vermittlung eines „ritterlichen Menschenbildes, insbesondere um die drei Tugenden Hilfsbereitschaft, Treue und Gehorsam. „Die Kinder sollen lernen, von sich aus zu sehen, was zu tun ist. Dazu gehört beispielsweise, dass nach dem Spielen aufgeräumt wird – und zwar ohne, dass erst großartig darauf hingewiesen werden muss“, so die Gildenführerin.

Um auf das eigene Anliegen aufmerksam zu machen, verzichten die Rellinger Pfadfinder bislang auf ausschweifende Werbeaktionen – stattdessen läuft viel über Mund-zu-Mund-Propaganda. Das hat auch Julia Hinsch vor drei Jahren an den Hermann-Löns-Weg gebracht. Was ihr gefällt? „Ich finde es schön, dass hier nicht so rumgezickt wird. Und natürlich unsere Lager“, sagt die Zwölfjährige“, die die Abläufe schon ganz genau kennt. Im Gegensatz zu Clara Corino etwa, die erst zwei Mal bei den wöchentlichen Treffen ihres Hags – jeweils donnerstags – dabei war. Die Elfjährige wartet noch auf ihre Kluft – alle beim DPBH organisierten Pfadfinder tragen ein dunkelblaues Hemd mit einer stilisierten Lilie in Form einer Raute, die zu den zentralen Symbolen der gesamten Pfadfinderbewegung zählt. Hinzu kommt ein silbergraues Halstuch mit einem roten Rand sowie diverse Embleme, die sich nach Dauer der Mitgliedschaft richten.

Nina Kreutzfeld, seit acht Jahren dabei, hat davon schon einige gesammelt. Selbst noch Schülerin, nimmt die Leitung ihrer beiden Gruppen sowie die Vorbereitung von Ausfahrten und Lagern so gut wie ihre gesamte Freizeit in Anspruch. Bereut hat Kreutzfeld ihre Tätigkeit aber zu keinem Zeitpunkt. „Der besondere Reiz im Pfadfindertum liegt einfach darin, gemeinsam in der Gruppe viele Abenteuer zu erleben“, sagt sie. „Und das ganz ohne Eltern.“ Interessenten können sich unter Telefon 0175-6321201 oder per E-Mail an hempel–hoip@gmx.de melden.

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