Kraftwerkspläne in Wedel : Alles auf Null

Wieder auf dem Prüfstand: Das geplante Gaskraftwerk in Wedel.
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Wieder auf dem Prüfstand: Das geplante Gaskraftwerk in Wedel.

Hamburg und Vattenfall wollen bis Ende 2015 entscheiden, ob das Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk (GuD) gebaut wird.

shz.de von
17. Januar 2014, 16:00 Uhr

Für Hamburg herrscht in Sachen Energienetze seit gestern weitgehend Klarheit – die Kraftwerkspläne in Wedel sind dadurch unklarer denn je. „Wir werden gemeinsam mit Vattenfall entscheiden, ob wir diese Investition wie geplant vornehmen oder nicht“, sagte Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD). Die Stadt werde auch Alternativen zum bisher bevorzugten Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk (GuD) samt Windstromspeicher prüfen. Denkbar ist sowohl eine Verkleinerung des auf 500 Millionen Euro taxierten Meilers als auch eine dezentrale Erzeugung von Heizungswärme für die Haushalte im Westen der Metropole. Laut Vattenfall soll spätetestens Ende 2015 feststehen, ob das GuD gebaut wird. Alternativ soll das betagte Kohlekraftwerk am Standort so weit ertüchtigt werden, dass es bis weit in die 2020er Jahre hinein laufen könnte.

Auslöser der neuen Überlegungen ist der gestern verkündete Rückkauf des Hamburger Fernewärmenetzes. Die Stadt hat sich die Option gesichert, das Netz im Jahr 2019 vom Mehrheitseigner Vattenfall zu übernehmen.

Freude über die Einigung herrschte bei der Bürgerinitiative (BI) „Stopp! Kein Mega-Kraftwerk Wedel“. „Vorher war der GuD-Bau alternativlos, jetzt wird auch über andere Szenarien gesprochen“, sagte BI-Sprecherin Kerstin Lueckow auf Anfrage dieser Zeitung. „Nun ist das Tor offen, um über eine klimaverträgliche Fernwärme für Hamburg zu diskutieren.“
 

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