„Allen Kindern gerecht werden“

Carsten Schröder ist Vorsitzender des Vereins.
Carsten Schröder ist Vorsitzender des Vereins.

Die Stiftung „Appen hilft“ um Carsten Schröder will den Spagat schaffen, heimischen und geflüchteten Kindern zu helfen

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22. Juni 2018, 16:02 Uhr

Carsten Schröder will helfen. Vor allem den Kindern in und um die Gemeinde Appen. Dafür hat er vor etwa neun Jahren den Verein „Appen hilft“ gegründet. „Es war zunächst eine private Initiative, um bedürftige Kinder mit Spenden an Weihnachten zu beschenken“, erklärt Schröder. Nach und nach hätten sich immer mehr Firmen gemeldet. Also wurde aus der Initiative kurzerhand die Stiftung.

Acht Mitglieder hat der Verein. Schröder ist Vorsitzender, seine Frau Schatzmeisterin und Claudia Köster seine Stellvertreterin. „Wir halten die Mitgliederzahl bewusst klein“, sagt Schröder. „So haben wir kurze Entscheidungswege – und die Jahreshauptversammlung kann bei einem Abendessen in meinem Wohnzimmer stattfinden“, ergänzt er mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Wichtig für Schröder sei, dass alle überzeugt von der Stiftung sind – sowohl Mitglieder als auch Gönner. „Wer nicht aus Überzeugung bei uns spendet, der ist hier Fehl am Platz“, so Schröder. Doch wo genau hilft die Stiftung? „Das kann ganz unterschiedlich sein“, erläutert der Vorsitzende des Vereins. So werde beispielsweise Kindern mit Dyskalkulie geholfen. Um die Matheschwäche bei Schulkindern zu behandeln, braucht es Fördermaßnahmen. Doch die Krankenkasse übernimmt die Kosten dafür nicht. Also hilft die Stiftung, wenn das Geld bei betroffenen Familien knapp ist. Ebenso unterstützt „Appen hilft“ bei der heilpädagogischen Therapie mit Pferden. „Es ist nachgewiesen, dass es traumatisierten oder behinderten Kindern hilft“, weiß Schröder. Doch auch hier gibt es für die Kosten von 30 bis 40 Euro pro Woche keine Fördermittel von der Krankenkasse.

Almosen möchte der Verein dabei keineswegs verteilen. „Wir versuchen, die Eltern immer miteinzubeziehen – und wenn sie nur ein paar Euro beisteuern können“, erläutert Schröder. Worüber der Vorsitzende sich freut, ist die zunehmende Akzeptanz des Vereins in der Region. Auch, dass man mit anderen Organisationen vernetzt ist, sei förderlich. Ein Problem sei nach wie vor das Schamgefühl vieler Eltern. „Gerade der Erstkontakt ist schwierig. Doch die Familien merken danach schnell, dass ihnen wirklich geholfen wird“, sagt Schröder.

Vor allem eine Frage beschäftigt den Chef einer Sicherheitsfirma: Wie wird man allen Kindern gerecht? Denn selbstverständlich wolle man geflüchteten Familien unter die Arme greifen. Gleichzeitig müsse man aber ebenso auf die Bürger und Kinder vor Ort achten. „Wir wollen versuchen, allen so gut es geht gerecht zu werden – doch immer ist das nicht möglich“, so Schröder. Er hofft deshalb auf weitere Spenden. „Wir sind auf diese Gelder angewiesen. Wenn die Menschen nicht mehr bereit sind, zu spenden, dann wird es schwer, zu helfen – wir brauchen Unterstützung.“

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