„Allein bin ich hier nichts“

Der Betriebselektriker ist seit 1976 bei der Gemeindewehr aktiv.
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Der Betriebselektriker ist seit 1976 bei der Gemeindewehr aktiv.

Thomas Runge spricht mit unserer Zeitung über seinen neuen Posten als Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Appen

shz.de von
13. April 2018, 16:00 Uhr

„Ich habe immer gesagt, beim Zugführer ist Ende. Nun ist es doch anders gekommen“, sagt Thomas Runge. Auf der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Appen wurde er zum Wehrführer gewählt und auf der letzten Gemeindevertretung offiziell von Hans-Joachim Banaschak, Bürgermeister der Gemeinde Appen, vereidigt.

Zwei Jahre hatte Gerhard Sonntag die Wehr kommissarisch geführt – mit Runge als Stellvertreter. „Wir haben super zusammengearbeitet“, bilanziert Runge. Er gibt zu: „Zunächst wollte ich das Amt nicht, aber die Kameradschaft in unserer Wehr und die gute Zusammenarbeit im Vorstand insgesamt haben mich dann überzeugt.“ Nun ist Runge der Chef für die 55  Aktiven, 27 Jugendfeuerwehrleute, 30  Mitglieder der Ehrenabteilung und 76 Mitglieder des Feuerwehrchors sowie des Spielmannszugs.

In letzterem startete Runge 1976 seine Laufbahn in der Freiwilligen Feuerwehr Appen. „Ich komme aus einer Feuerwehrfamilie und die Feuerwehr ist mein Leben“, erläutert Runge. Sein Vater war von 1996 bis 2002 Wehrführer in Appen, seine Frau lernte er im Spielmannszug kennen, sein Sohn ist mittlerweile Gerätewart in Appen. „Man muss es mögen oder man hasst es“, sagt Runge.

Neue Kameraden gewinnen, um die Stärke der Wehr zu verbessern, das hat sich Runge für die kommenden sechs Jahre auf die Fahne geschrieben. Oder der Vorstand insgesamt, denn Runge verwendet selten das Wort „ich“, sondern spricht meistens von „wir“. „Ich allein bin hier nichts und ein einzelner Feuerwehrmann ist im Einsatz nichts. Aber gemeinsam sind wir stark und können einiges bewegen“, betont Runge. Daher ist ihm die Kameradschaft wichtig. „Wir wollen auch die Frauen stärker einbinden“, beschreibt Runge die Pläne für die Zukunft. Einen großen Umbruch und Änderungen seien nicht geplant. „Viele Dinge laufen gut. Es ist nicht so, dass ein neuer Kapitän an Bord kommt und plötzlich das Schiff in eine ganz andere Richtung fahren muss“, sagt der neue Appener Wehrführer.

Für den Betriebselektriker sei wichtig, die aktiven Kameraden zu halten. „Das ist das größte Ziel. Das ist mir noch wichtiger, als neue Mitglieder zu gewinnen“, sagt Runge. Dafür bedürfe es vielleicht der einen oder anderen Feinjustierung. Dies betreffe vor allem die Aufgabenverteilung, die auch für seinen Nachfolger als Zugführer greifen sollen. Dieser muss allerdings noch gewählt werden. „Wir wollen einige Dinge anders strukturieren und sind am Überlegen, aber das klären wir erst einmal intern.“

> Nächste Woche: Dirk Cholewa, Vorsitzender des Heimatvereins Appen

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