Alle ziehen an einem Strang

Die Vereinbarung ist unterzeichnet: Ab jetzt ist der Übergang von der Kita in die Grundschule in Rellingen leichter.
Die Vereinbarung ist unterzeichnet: Ab jetzt ist der Übergang von der Kita in die Grundschule in Rellingen leichter.

Rellinger Kitas, Schulen, das Förderzentrum und die Schulsozialarbeit schließen Kooperationsvereinbarung / Kinder frühzeitig fördern

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04. Juli 2018, 16:00 Uhr

Der Übergang vom Kindergarten zur Schule soll in Rellingen einfacher werden – für die Erzieher, die Lehrer, die Eltern und vor allem für die Kinder. Dazu haben sich alle sieben Rellinger Kitas und die drei Grundschulen sowie das Förderzentrum und die Schulsozialarbeit zusammengeschlossen und eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. „Wir wollen das Netzwerk verstärken“, erklärte Bürgermeister Marc Trampe (parteilos). „Das ist eine wichtige Lebensphase bei jungen Menschen, die wir im Sinne des Kindes gut gestalten wollen.“

In neun Treffen der beteiligten Institutionen wurden gemeinsame Ziele erarbeitet. Dadurch sollen Abläufe vereinfacht und vereinheitlicht werden – eine Bündelung der Kompetenzen. „Diese Gleichheit macht es einfacher für Eltern, weil es nicht hier so und dort anders gehandhabt wird“, sagt Maike Wenzel, Grundschulkoordinatorin an der Caspar-Voght-Schule. Das soll laut den Beteiligten auch eine gleiche Qualität in allen Einrichtungen gewährleisten. Vorbild war die Gemeinde Tornesch, bei der eine solche Kooperation bereits besteht.

Zu den konkreten Maßnahmen gehört außer einem jährlichen Treffen zum einen eine Checkliste, anhand der frühzeitig sichergestellt werden soll, dass die Kinder auf dem richtigen Entwicklungsstand für die Schule sind. Bei Bedarf werden sie gefördert. Teil der Liste sind unter anderem Selbstkompetenz sowie motorische und soziale Kompetenz. Swantje Schütterle, Leiterin der Brüder-Grimm-Schule, erläutert: „Dabei geht es um den Ist-Stand und nicht darum, eine Bewertung vorzunehmen.“ Vielmehr soll die Entwicklung des Kindes nachvollzogen und von einer Einrichtung an die andere weitergeben werden – immer vorausgesetzt die Eltern sind damit einverstanden. Zudem soll es bald einen einheitlichen Anmeldebogen für die Rellinger Grundschulen geben. Die Eltern können dann auch angeben, ob sie einen engen Kontakt zu den Schulsozialpädagogen wünschen.

Zum anderen ist geplant, dass die Lehrer ihre zukünftigen Schützlinge schon in der Kita kennenlernen und einen ersten Einblick in deren Entwicklung bekommen. Und die Kinder dürfen schon einmal in ihre neue Schule reinschnuppern. Nadine Joswig von der DRK-Kita Rellingen Egenbüttel sagt: „So werden Ängste abgebaut und die Kinder sind schon vertraut mit dem, was kommt.“

Was nach einem Haufen Extra-Arbeit klingt, soll nebenbei laufen. Ein weiteres Stundenkontingent wird es nicht geben. Wenzel sagt: „Lehrer arbeiten in Teams und in Netzwerken, das gehört zum Job.“ Allerdings gebe es Poolstunden, die dafür genutzt werden könnten. Joswig ergänzt für die Kitas: „Im Grunde wird das Meiste schon geleistet, nur die Art und Weise war unterschiedlich.“ Schon seit Jahren würden Entwicklungsgespräche geführt. „Nun haben wir eine einheitliche Form.“

Alle Einrichtungen begrüßen die Vereinbarung. Vor allem Frank Kutzinski vom Förderzentrum sieht Vorteile: „Wir haben 16 Sonderpädagogen, die sich um behinderte und von Behinderung bedrohte Kinder kümmern.“ Die Verbindung der Einrichtungen ermögliche frühzeitiges Erkennen und Fördern. Das gilt für alle Kinder. Im Zeitalter von Auto und Digitalisierung sind vor allem Konzentration und Motorik Thema. „Die Kinder leben in einer schnelllebigen Zeit, das merkt man ganz deutlich“, sagt Wenzel.

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