Pinnebergs neuer Musikschulleiter : Alireza Zare: „Bildung muss gefördert werden“

Die klassische Gitarre ist sein Instrument: Alireza Zare ist der neue Leiter der Pinneberger Musikschule.
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Die klassische Gitarre ist sein Instrument: Alireza Zare ist der neue Leiter der Pinneberger Musikschule.

Neue Impulse für die Musikschule: Leiter Alireza Zare will die Zusammenarbeit mit Schulen und Kitas verstärken.

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17. April 2018, 13:15 Uhr

Pinneberg | Er ist der Neue am Pult: Seit März ist Alireza Zare Leiter der Musikschule Pinneberg, vorher hat er lange Jahre die Oldesloer Musikschule für Stadt und Land geführt. Jetzt will er in Pinneberg die Geschicke lenken – und er ist schon mittendrin: In den nächsten Wochen stehen Termine in den Schulen und Kitas an, bei den Politikern will er sich vorstellen. Denn Zare will neue Schwerpunkte setzen.

„Die musikalische Bildungsförderung hat sich in den letzten Jahren enorm geändert“, sagt Zare. „Die Musikschule muss sich gegenüber Kindertagesstätten öffnen, die Zusammenarbeit mit Schulen verbessern. Wir müssen die Kinder so früh wie möglich erreichen.“ Die musikalische Bildung hält er für wichtig in der Entwicklung. „Jedem Kind sollte die Chance gegeben werden, ein Instrument zu lernen“, sagt er. Zudem würde er gern das Angebot für Familien flexibler gestalten, sodass auch der Vormittag genutzt werden könnte. Aber auch die Erwachsenenbildung und Angebote für Menschen mit Behinderung will er auf- und ausbauen. So hat er es auch in Oldesloe getan: Die Schule ist mit ihm gewachsen.

Verhandlungen mit der Stadt

Die Schülerzahl von etwa 2000 und das Fächerangebot der beiden Musikschulen ist annähernd gleich. Was ist also anders in Pinneberg? „Die Pinneberger Musikschule ist älter und stabiler“, sagt er. „Sie ist viel aktiver durch Orchester- und Ensemblearbeit.“ Doch dafür wird Geld benötigt und auch das ist ein Thema, das noch auf Zare zukommen wird: „In den letzten Jahren ist an Förderung viel reduziert worden, aber wir haben gute Argumente, dass sie wieder erhöht werden sollte“, sagt er. Nächstes Jahr werden Verhandlungen mit der Stadt Pinneberg dazu anstehen. „Es geht um die Zukunft unserer Kinder“, sagt Zare. „Wir sind eine Schule, das ist nicht zu unterschätzen.“ Auch das Raumproblem der Musikschule will Zare ansprechen. „Das ist das Erste, was ich hier von den Kollegen gehört habe.“ In seiner alten Heimat gab es ein Kulturzentrum – zehn Räume und ein großer Saal stehen der Musikschule dort zur Verfügung.

Eingelebt hat er sich in seinem neuen Posten schon. „Ich erlebe die Begeisterung der Kollegen, das gibt mir Energie. Alle Begegnungen in Pinneberg waren bisher offen und zuvorkommend.“ Zare wohnt mit seiner Familie in Hamburg. Dort hat er auch studiert (siehe Infokasten), von Pinneberg hatte er damals noch nicht gehört. Allerdings von seinem Vorgänger, Winfried Richter. „Ich kenne ihn schon sehr lange. Er fing gerade an über den Bundesverband der Musikschulen auszubilden, als ich an der Kreismusikschule Segeberg war“, erzählt Zare. „Später war er ein Kollege im Landesverband, wir waren Freunde.“ Richter, der nun im Ruhestand ist, war auch im Findungskomitee der Musikschule Pinneberg als Berater beteiligt – mit seinem Nachfolger ist er sehr zufrieden.

Und wie steht’s mit der Musik? Zare selbst ist Gitarrist. Er hat auf der klassischen Konzertgitarre gelernt. „Viel zum Spielen komme ich aber nicht“, sagt er. Früher habe er mit Ensembles konzertiert, am liebsten Klassik. „Da fühle ich mich zuhause“, sagt er. Doch an seiner neuen Musikschule darf auch die Popmusik nicht zu kurz kommen.

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