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Kreis Pinneberg : Aktion gegen Cannabis an Schulen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Kreis Pinneberg und Institut für Qualitätsmanagement veröffentlichen eine gemeinsame Broschüre zum Umgang mit dem Rauschgift.

von
erstellt am 17.Feb.2016 | 10:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Der Schüler sitzt mit roten Augen im Unterricht, die schulischen Leistungen sacken ab und der Lehrer vermutet, er könnte kiffen. Wie der Pädagoge nun das Gespräch mit seinem Schützling suchen kann und sollte, ist oft nicht ganz klar. „Uns ist aufgefallen, dass es Unsicherheiten im Umgang mit Cannabis gibt. Entweder wird vermieden darüber zu sprechen oder aber es wird überreagiert“, sagt Heike Kühl-Frese vom Zentrum Prävention des Instituts für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH). Kühl-Frese hat gemeinsam mit Silvia Stolze aus dem Team Prävention und Jugendarbeit des Kreises Pinnebergs die Broschüre „Cannabis an Schulen – Die Rechte kennen und konsequent handeln“, die ab sofort an weiterführenden Schulen an Lehrer verteilt wird, erarbeitet. „Wir gehen davon aus, dass es an vielen weiterführenden Schule das Problem gibt“, so Stolze.

Die neue Broschüre soll nicht anklagend an das Thema Cannabis an Schulen herangehen, sondern beim Schutz der Schüler helfen und eine Unterstützung für die Lehrer bieten.

Mit der Broschüre wollen Stolze und Kühl-Frese nicht den Zeigefinger erheben, sondern die Lehrer dabei unterstützen, die Schüler zu schützen. So erklären sie kurz und bündig, was Cannabis ist, wie die rechtliche Lage ist, warum Jugendliche die Droge konsumieren und wie damit umgegangen werden sollte. Die Fachfrauen empfehlen den Schulen eine Richtlinie für den Umgang mit Cannabis zu entwickeln. Dabei könnten sie auf Wunsch auch mit einem Workshop unterstützen, so Stolze, die in der Kreisverwaltung auch für die Präventionsarbeit an den Schulen zuständig ist. Häufig fehle ein standardisierter Umgang mit der Droge, die 2014 jeder zehnte Jugendliche in Deutschland im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren mindestes einmal konsumiert hatte.

Angesprochen auf die immer wieder diskutierte Legalisierung des Rauschmittels sagt Kühl-Frese: „Cannabis hat an Schulen nichts zu suchen.“ Zudem sei eine mögliche Legalisierung erst ab 18 Jahre im Gespräch.

RAUSCHMITTEL Cannabis

Die Hanfpflanze „Cannabis sativa“ ist Quelle für Haschisch und Marihuana. Als wichtigster Wirkstoff gilt Tetrahydrocannabinol (THC). Besonders stark konzentriert ist er im Harz der Blüte, das als Haschisch konsumiert wird. Das Harz besteht aus etwa 400 Substanzen, von denen mehr als 80 auf die Psyche wirken. Haschisch wird geraucht oder als Tee aufgebrüht. Marihuana ist eine Mischung aus getrockneten Blättern, Blüten und Zweigen. Cannabis und Cannabis-Produkte gehören nach dem Betäubungsmittelgesetz zu den illegalen Suchtmitteln. Besitz, Anbau und der Handel damit sind verboten. Häufiger Konsum kann nach Angaben der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen zur psychischen Abhängigkeit führen. Cannabis gilt als Einstiegsdroge. dpa

 
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