Bönningstedt : AKN: Gefahren am Bahnsteig

Die Schülerinnen und Schüler der 5. Klassen verfolgten die Filme sehr aufmerksam und mit großer Ernsthaftigkeit.
Die Schülerinnen und Schüler der 5. Klassen verfolgten die Filme sehr aufmerksam und mit großer Ernsthaftigkeit.

Mit einem Präventionstag will die Gemeinschaftsschule Rugenbergen Unfällen vorbeugen

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20. Mai 2016, 14:00 Uhr

Bönningstedt | Es wurde ganz still in der Mensa der Bönningstedter Gemeinschaftsschule Rugenbergen, denn die Schüler der fünften Klassen ahnten, was in der nächsten Szene des kurzen Films passieren würde: Ein Mädchen, das über Kopfhörer Musik hört, tanzt lässig an einem Bahnsteig. Sie nimmt Blickkontakt mit einem Jungen auf – und wird dann von einem durchfahrenden Zug mitgerissen. Die Töne eines Monitors piepen noch ein paar Mal, dann ertönt der Dauerton. „Tot“, sagt ein Junge leise.

Die AKN-Mitarbeiterinnen Monika Busch und Hanna Schmuck-Wagmann sowie Anneke Reimers von den Bönningstedter Polizeiwache besuchten gestern Vormittag drei Stunden lang die Schüler, um sie über die Gefahren rund um Bahnanlagen und das richtige Verhalten dort aufzuklären. Die Frage, was das Mädchen aus dem Clip falsch gemacht hat, konnten die Schüler schnell beantworten: „Sie hat Kopfhörer aufgehabt und konnte deshalb die Durchsage, dass gleich ein Zug durchfährt, nicht hören.“

Doch nicht nur Gefahren am Bahnsteig, auch Übergänge und stromführende Leitungen waren Thema. „Die Kinder hier machen ganz toll mit und berichten von eigenen Erfahrungen“, lobte Busch im Anschluss an die Veranstaltung. So wurde unter anderem der aktuelle Fall thematisiert, bei dem ein Rentner am Bahnhof Ellerau/Tanneneck die geschlossenen Schranken und das Rotlicht missachtete und von einem Zug erfasst wurde.

„Was glaubt ihr, wie es dem Lokführer geht?“, sprach Busch ein weiteres Thema an. Zu Wort kam ein Kollege der in einem Interview darüber berichtete, dass jeden Tag auch die Angst vor Unfällen im Führerhaus mitfährt. „Es gibt Kollegen, die nach einem Unfall ihren Beruf nicht mehr ausüben konnten“, sagte Busch.

Auch Graffiti und Vandalismus in Zügen wurden angesprochen. „Die Kinder sollen wissen, dass es auch Folgen für die ganze Familie haben kann, wenn sie erwischt werden“, sagte Reimers. Vorbestraft zu sein sei zudem kein guter Start ins Leben.

Zum Abschluss zeigten die Referentinnen einen bewegenden Film. Darin spielt ein Junge am Bahnsteig und überlebt durch pures Glück. In einem Traum trifft er andere Kinder, die dieses Glück nicht hatten. Erst da begreift der Protagonist, was für einen Schutzengel er hatte und nutzt seine zweite Chance.

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