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Pinneberger Tageblatt

18. Dezember 2017 | 12:09 Uhr

Affen und Löwen als Nachbarn

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Ärzte-Ehepaar Alina und Janusz Piotrowski engagiert sich jahrelang in Afrika / Im Alter ist Rellinger Alten- und Pflegeheim ein Lebenstraum

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erstellt am 05.Mai.2014 | 16:00 Uhr

Mit dem Alten- und Pflegeheim „Haus Rügen“ in Rellingen hat sich das Ehepaar Janusz (70) und Alina Piotrowski (70) einen Traum erfüllt. „Auch im Alter wollten wir noch eine sinnvolle Aufgabe übernehmen“, so der Inhaber des Hauses Janusz Piotrowski.

Die beiden Ärzte sind durch Zufall in Rellingen gelandet. Bis zu ihrer Pensionierung arbeiteten beide in Bremen. Erst nach Eintritt in das Rentenalter suchten sie sich eine geeignete Einrichtung, um ein Alten- und Pflegeheim zu betreiben.


Heirat in Warschau 1968 nach Medizin-Examen


Das idyllische Anwesen an der Tangstedter Straße mit seinen 27 Zimmern sagte ihnen dann sofort zu. Seit 2003 sind sie nun die neuen Inhaber. „Inzwischen fühlen wir uns hier auch zuhause“, erzählt Alina Piotrowski. Auch wenn das Paar immer noch sehr viele Freunde in Bremen und Nordrhein-Westfalen hat. Hinzu kommt: Beide sind so stark in ihre Arbeit eingebunden, dass sie zumeist keine Zeit haben, neue Bekannte zu treffen.

Doch auch vor ihrem Leben im Haus Rügen haben die Piotrowskis viel auf die Beine gestellt. Die gebürtigen Polen lernten sich während ihres Studiums in Warschau kennen. Sie heirateten nach bestandenem Examen im Jahre 1968.

Insgesamt 14 Jahre arbeiteten die beiden in der Hauptstadt, bevor der damalige Chefarzt einer gynäkologischen Abteilung und die in einer Klinik tätige Fachärztin für Hals-Nasen-Ohrenkunde (HNO) die Stadt „auf eigenen Wunsch hin“ verließen. Es reizte sie das Abenteuer und der Wunsch, mit ihrem damals fünf Jahre alten Sohn andere Länder zu entdecken. 1982 wanderten sie im Zuge einer ähnlichen Aktion wie „Ärzte ohne Grenzen“ in Nigerias Bundesstaat Anambra aus.

Sechs Jahre lang leitete Janusz Piotrowski dort eine gynäkologische Abteilung. „Wir haben gemerkt, dass die Schere in dem Land weit auseinanderklafft“, erzählt der Arzt. Es gebe in Nigeria extrem arme, aber auch sehr reiche Menschen. Mit seiner Familie bewohnte er einen Bungalow mit schönem Garten. „Obwohl Affen und auch Löwen in der Nähe waren, ließen sie uns in Ruhe“, erzählt der Inhaber von Haus Rügen. Auch Alina Piotrowski arbeitete dort als Ärztin und kümmerte sich gleichzeitig um den Sohn. „Wir haben in menschlicher Hinsicht viel Gutes erfahren“, erzählt Alina Piotrowski. Obwohl zahlreiche Menschen sehr arm waren, sei ihre Einstellung gegenüber dem Leben sehr fröhlich gewesen.

Auch der Sohn des Paares profitierte von dem Aufenthalt. „Bereits nach einem halben Jahr beherrschte er die englische Sprache“, erzählt Janusz Piotrowski. Nur kurze Zeit später lernte er die Sprachen Französisch und Ibo. Der studierte Diplom-Ingenieur und Informatiker profitierte von seinen Kenntnissen auch heute noch.

Seine Eltern haben hingegen nur selten Zeit, um über alte Zeiten zu plaudern. Zu viel Aufmerksamkeit und Fürsorge benötigen die Bewohner von Haus Rügen.



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