Islamismus und Familienpolitik : AfD-Wahlkampfauftakt im Bürgerhaus Ellerau

Das Podium beim AfD Wahlkampfauftakt in Ellerau: Michael Poschart (Direktkandidat Pinneberg-Nord, v. l.), Steffen Königer (Landtagsabgeordneter Brandenburg), Heiko Evermann (Direktkandidat Norderstedt) und Jörg Nobis (Direktkandidat Segeberg-West).
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Das Podium beim AfD Wahlkampfauftakt in Ellerau: Michael Poschart (Direktkandidat Pinneberg-Nord, v. l.), Steffen Königer (Landtagsabgeordneter Brandenburg), Heiko Evermann (Direktkandidat Norderstedt) und Jörg Nobis (Direktkandidat Segeberg-West).

Programmvorstellung: Der Kandidat zeichnet ein Bild von drohender Machtübernahme durch Islamisten.

shz.de von
27. März 2017, 13:00 Uhr

Ellerau | Vor einem Monat war eine AfD–Veranstaltung in Haselau noch an der Absage durch den Veranstalter gescheitert. Das musste die Partei für den gemeinsamen AfD-Wahlkampfauftakt der Kreise Pinneberg und Segeberg nicht befürchten. Denn die juristische Auseinandersetzung um die Nutzung des Ellerauer Bürgerhauses hatte die Partei schon 2016 geführt und gewonnen: Das Verwaltungsgericht Schleswig entschied, dass die AfD das Bürgerhaus nutzen darf. Mit dieser Vorgeschichte startete Julian Flak, AfD-Direkkandidat im Kreis Pinneberg, am Freitagabend die Veranstaltung: „Hier in Ellerau funktioniert die Demokratie. Auch wenn die Verwaltung bei der Schlüsselübergabe gegrummelt habe.“

Auf der Bühne waren Michael Poschart (Direktkandidat Pinneberg-Nord), Steffen Königer (Landtagsabgeordneter Brandenburg), Heiko Evermann (Direktkandidat Norderstedt) und Jörg Nobis (Direktkandidat Segeberg-West). Die dominierenden Themen des Abends zur Landtagswahl am 7. September waren Migration, Islamismus und Familienpolitik. Die Kandidaten beschrieben den Zustand Deutschlands vor den mehr als 50 Gästen unterschiedlich scharf und unterschiedlich dramatisch: Poschart warnte vor „Personen, die über den Seeweg einfallen“, und sagte: „Deutschland ist vielfältiger geworden. Ich glaube, wir können auf diese Vielfalt gut verzichten.“ Nobis schlug moderatere Töne an. Es sei wichtige das Flüchtlingshilfswerk der UN zu stärken und natürlich müssten in Seenot geratene Flüchtlinge gerettet werden: „Aber dann müssen sie in die Länder zurückgebracht werden, aus denen sie gekommen sind.“

Beim Thema Islamismus verglich Evermann die aktuelle Lage in Deutschland mit der in der irakischen Stadt Mossul vor knapp drei Jahren. Er rechnete vor: 800 bis 1500 Kämpfer der Terrormiliz IS überwältigten knapp 30.000 Angehörige der irakischen Armee. Das ergebe ein Verhältnis von 15 zu 1. Evermann: „Was bedeutet das für Deutschland?“ Seine These: Die derzeit „180.000 Mann Bundeswehr schaffen es nicht, 12.000 Islamisten unter Waffen zu bekämpfen“. Derzeit gebe es 1600 islamistisch-terroristische Personen in Deutschland und 9700 Salafisten. Evermanns Fazit: „Wenn die sich jetzt bewaffnen, dann haben wir in Deutschland ein Problem.“

Für die ideale Familienpolitik gaben die AfD-Kandidaten das Ziel aus, dass ein Elternteil wieder genug verdienen müsse, damit das andere nicht mehr arbeiten müssen und die Kinder betreuen kann. Die aktuelle Familien- und Bildungspolitik bezeichnete Königer als „Schande für unser Volk“. Die klare Botschaft die an diesem Abend ausgesendet werden sollte: Nur die AfD kann all diese Probleme lösen. Denn sie ist nach Königers Worten die einzige Partei, die sich für die „Belange des deutschen Volks einsetzt“.

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