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Pinneberger Tageblatt

21. August 2017 | 14:36 Uhr

Wedel : Ärger um geplante Gebühren

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Im Internet formiert sich Widerstand gegen geplante Bewirtschaftung der Parkflächen in Wedel. Die Stadt hofft auf jährliche Einnahmen in Höhe von 47000 Euro.

Anfang Dezember 2013 hatte der Wedeler Planungsausschuss mit deutlicher Mehrheit beschlossen, ab diesem Jahr Gebühren für das Parken auf öffentlichen Flächen im Stadtgebiet zu erheben. Die erhofften Einnahmen in Höhe von annähernd 470 000 Euro pro Jahr sollen zur Verkleinerung des Haushaltslochs beitragen, das sich aktuell auf mehr als 20 Millionen Euro beläuft.

Doch die Pläne sind in der Rolandstadt hochumstritten. Nachdem zuerst Händler und Sportvereine Kritik an dem Vorhaben geäußert hatten, formiert sich der Widerstand nun im Internet: Parkgebührengegner haben in dem sozialen Netzwerk „Facebook“ eine Gruppe mit dem Namen „Stopp der gebührenpflichtigen Parkplätze in Wedel und Umgebung“ gegründet, die bislang mehr als 200 „Likes“ verzeichnet. Kontrovers geht es dort nicht zu, der Tenor ist ebenso deutlich wie es die Gruppenbezeichnung ausdrückt. „Dann kann ich gleich nach Hamburg fahren, da habe ich wenigstens mehr Auswahl an Geschäften“, so eine Nutzerin. Seit Donnerstag existiert darüber hinaus eine Petition mit dem selben Titel, die bislang etwa 20 Menschen unterzeichnet haben.

Wann genau die Stadtverwaltung in diesem Jahr mit dem Projekt loslegen wird, ist bislang trotz des Grundsatzbeschlusses noch immer offen. Vom ursprünglichen Plan, überall einen einheitlichen Tarif in Höhe von 50 Cent pro halbe Stunde Parken zu erheben, ist die Verwaltung nach reichlich Schelte möglicherweise aber abgerückt. Stattdessen, das ist jedenfalls Gegenstand aktueller Prüfungen, könnte eine parkplatzabhängige Staffelung der Gebührenhöhe greifen. Ebenfalls erörtert wird zudem, den Bezahlzwang zunächst nur auf den Stellflächen an der S-Bahn, an der Gorch-Fock-Straße, in der Bahnhofstraße, den Nebenstraßen zur Wedeler Einkaufsmeile sowie auf dem Parkplatz Spitzerdorfstraße einzuführen. Die Gebühren auf anderen Flächen wie dem großen Parkplatz an der Schulauer Straße würden dann erst in einem zweiten Schritt folgen – gegen die dortige Bewirtschaftung wehren sich insbesondere mehrere Sportvereine.

Jan Lüchau, Sprecher der Wedeler Kaufleute, begrüßt die Annäherung. „Die Kommunikation mit der Verwaltung ist mittlerweile deutlich besser als nach dem Bekanntwerden der Pläne“, sagt er. Für die Bahnhofstraße wünsche er sich dennoch ein halbstündiges Freiparken, ansonsten drohe ein Abwandern der Kundschaft. „Das funktioniert leider nicht wie in Hamburg, wohin Kunden trotz Parkplatzbewirtschaftung strömen.“ Zwar gebe es auch in Sachen Parkgebühren so etwas wie einen Gewöhnungseffekt. „Aber gerade die erste Zeit nach der Einführung ist sehr kritisch“, so Lüchau.

 

 

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erstellt am 12.Jan.2014 | 14:35 Uhr

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