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Buchenstraße in Pinneberg : Ärger um falschen Sperrmüll

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Gefahr für Kinder und Tiere droht durch Glasscherben von Neonröhren. Der Kreis empfiehlt einen Blick auf seine Internetseite.

von
erstellt am 29.Okt.2015 | 15:15 Uhr

Pinneberg | Es ist kein Einzelfall: Wird Sperrmüll an die Straßen der Stadt Pinneberg gestellt, folgt die böse Überraschung nur kurze Zeit später. Anwohner bemerken, dass über Nacht wie von Geisterhand einfach alter Kram dazugestellt wurde, der dort nichts zu suchen hat. Darunter oft Sachen, die gar nicht unter die Rubrik Sperrmüll fallen, in der Hoffnung, dass die auch mit abgeholt werden oder Müllsammler sie noch gebrauchen können.

Diese Hoffnung trügt: Wer die Sperrmüllabfuhr bestellt, muss vorher angeben, was abgeholt werden soll. Also wird alles, was nicht angemeldet wurde, auch nicht abgeholt. Auch illegal entsorgter Sondermüll wird nicht mitgenommen.

Davon kann auch Volker Töneböhn ein Lied singen. Der Pinneberger wohnt in der Buchenstraße. Jüngst fand er in einem Haufen Sperrmüll ein Teil eines Welldachs und zwei alte Neonröhren. „Die Leute denken: Sperrmüll ist Sperrmüll. Da kann ich alles hinlegen“, sagt er. Doch dem sei nicht so: „Das Welldach ist Bauschutt und die Neonröhren gehören in den Sondermüll.“ Er hat die Sachen gleich aussortiert und muss sie nun selbst entsorgen. Töneböhn mache es sprachlos, dass die Menschen sich nicht fragen, was in den Sperrmüll gehört und was nicht.

Es sei kein Einzelfall und passiere immer wieder. Mit gefährlichen Folgen: „Wenn die Röhren umfallen, zerbrechen sie. An diesen Scherben können sich Kinder und Tiere verletzen“, sagt der Vater einer kleinen Tochter. „Das ist doch das Gefährliche“, betont er und nennt ein weiteres Beispiel. Eine Vitrine, die zur Abfuhr an der Straße gestanden habe, sei zwei Tage später kaputt gewesen.

Unwissenheit ist an der Tagesordnung

Auch würden oft Elektroartikel und Sperrmüll zusammengestellt, was auch nicht korrekt sei. Er findet es wichtig, dass man sich Gedanken macht, räumt aber auch ein, dass einerseits viele gar nicht darüber Bescheid wüssten, was in den Sperrmüll gehöre. Andererseits kostet die Abgabe von Bauschutt bis 100 Kilogramm 12,50 Euro. „Davor schrecken die Leute zurück“, sagt er. „Ein Blick in die Abfallfibel gibt Auskunft darüber, was in den Spermüll gehört und was nicht“, rät Töneböhn. „Wir kriegen Rückmeldungen von den Bürgern, wo Müll illegal entsorgt wird“, sagt Marc Trampe, Sprecher der Stadt. „Wir versuchen dann, den Verursacher zu ermitteln und leiten gegebenenfalls ein Ordnungswidrigkeitenverfahren ein.“ Insofern er ermittelt werde, habe der Verursacher die Kosten für die Entsorgung zu zahlen. Im Zweifel kümmere sich die Stadt aber selbst darum.

In Abfallfragen rät Oliver Carstens, Sprecher des Kreises, die Internetseite zu besuchen. „Hier steht alles zum Thema Sperrmüll. Sie beantwortet alle Fragen“, sagt er und weist zudem auf die Abfall-App hin. Auch auf den Zustrom von Flüchtlingen habe der Kreis Pinneberg reagiert: Seit dem Sommer gibt es Sortieranleitungen beispielsweise in Arabisch, Farsi, Rumänisch, Albanisch, Polnisch und Englisch.

Selbstverständlich gibt es auch diejenigen, die im Sperrmüll nach Schätzchen und Fundstücken suchen und dabei alles durchwühlen und die Sachen überall verteilen. Das sei auch verboten, doch: „Die Leute zu ermitteln, ist schwierig“, sagt Carstens.

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