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Elmshorner Straße in Pinneberg : Ärger um den Radweg

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Grund sind Baumwurzeln: Jetzt fordert der ADFC eine Anhebung.

Pinneberg | Am Steuer eines Pkws ist Volker Lüchau eher selten anzutreffen. Der 55-Jährige legt seine täglichen Wege stattdessen am liebsten mit dem Fahrrad zurück – auch Wind und Wetter halten ihn davon nicht ab. Doch der Pinneberger, der Mitglied im Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) ist, ärgert sich. Grund: der Zustand der Radwege. „Viele sind in einem richtig schlechten Zustand und für uns Nutzer gefährlich“, sagt er. Als Einzelkämpfer sieht er sich nicht: Als Pinneberger Bürger während der Stadtradeln-Kampagne im vergangenen Jahr die Möglichkeit hatten, via Internet oder Smartphone Radwege-Mängel zu melden, seien 169 Einträge zusammengekommen.

Eine Beispiel, das Lüchau derzeit ganz besonders unter den Nägeln brennt, ist der Radweg parallel zur Elmshorner Straße, in Richtung Stadtausgang. „Eine einzige Buckelpiste. Wie Achterbahnfahren, unzumutbar“, schimpft der 55-Jährige. Tatsächlich haben die relativ flachen Wurzeln der Straßenbäume an mehreren Stellen den Radweg aufgebrochen. Ein Ausweichen ist kaum möglich, ohne die Grenze zum benachbarten Fußweg zu überqueren. Weiter stadtauswärts, jenseits der Einmündung der Quickborner Straße, hat Lüchau ebenfalls so seine Probleme. „Dort ist der Weg einfach viel zu schmal“, sagt er. Sein Lösungsansatz: „Wo die Bäume wurzeln, müsste man den Radweg anheben.“

Bei der Stadt Pinneberg ist der schlechte Zustand des Radwegs laut Stadtsprecher Marc Trampe bekannt. Aufgrund der finanziellen Situation der Stadt sei eine umfassende Sanierung der Radwege derzeit aber generell nicht möglich – dies könne sich erst nach Rechtskraft des Haushalts ändern.

Noch lieber als die Sanierung wäre Lüchau wie dem ADFC aber letztlich ohnehin eine andere Lösung: nämlich die Verlegung der Radwege auf die Straße – in Form von Radfahr- oder sogenannten Schutzstreifen. Letztere sind von der Fahrbahn durch eine unterbrochene Markierung getrennt, die von Autofahrern bei Bedarf überquert werden dürfen. „Wenn dies der Fall wäre, könnten separate Radwege aus unserer Sicht ganz zurückgebaut werden. Radfahrer gehören auf die Straße“, sagt ADFCPinneberg-Mitglied Peter de Leuw. Doch dazu müsse erst einmal ein Bewusstseinswandel her. „Viele Autofahrer glauben beispielsweise, dass separate Radwege grundsätzlich benutzungspflichtig sind und reagieren dann mit Unverständnis, wenn sie einen Radler auf der Straße sehen“, sagt er. Eine Benutzungspflicht gebe es allerdings nur dann, wenn Radwege durch blaue Schilder gekennzeichnet sind. Diese seien– auch auf Initiative des ADFC – inzwischen an vielen Radwegen im Kreis abmontiert worden.

Das mangelnde Verständnis führe letztlich dazu, dass sich Radfahrer auf einem abgetrennten Radweg sicherer fühlen, was ein trügerisches Gefühl sei, wie de Leuw betont. „Das Unfallrisiko ist auf dem Radweg größer. Denn dort werden Radfahrer von Autofahrern leichter übersehen. Zudem gibt es oft Kollisionen mit Fußgängern.“ Die Polizei bestätigte auf Anfrage dieser Zeitung diese Theorie allerdings nicht. „Wir führen keine Statistik darüber, wo Fahrradunfälle konkret passieren“, so Sprecherin Sandra Mohr.

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erstellt am 13.Mär.2015 | 15:00 Uhr

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