Ärger über illegale Müllentsorgung

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Kreisjägerschaft und Kreisverwaltung kritisieren Verschmutzung der Landschaft und fordern mehr Umweltbewusstsein

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04. August 2018, 16:00 Uhr

Leere Dosen, Flaschen, Verpackungen: Der Abfall in Feld und Wald sowie auf Grünflächen im Kreis Pinneberg wird immer mehr. So zumindest die Kritik der Kreisjägerschaft. „Selbst in der freien Natur scheint es viele Menschen nicht zu interessieren, obwohl der Müll mittlerweile auffällt“, sagt Hans Wörmcke, Vorsitzender der Kreisjägerschaft (KJS) Pinneberg (Foto). Er unterscheidet hierbei zwischen achtlosem Müll-Wegwerfen und dem gezielten Ablagern von Abfällen. Denn: Elektroschrott, Haus-, Garten- und Gewerbeabfälle würden ebenfalls in der Natur immer häufiger entsorgt. Jägerin Maren Cordt nennt ein Beispiel: „Es gibt eine Stelle in Tornesch, wo man an der Feldmark immer wieder blaue Säcke und vieles mehr findet. Aktuell sogar ein zerlegtes Sofa.“

Vorfälle wie im Jahr 2016 sollen künftig verhindert werden. Damals wurden in Bullenkuhlen zirka 100 bis 150  alte Autoreifen auf einem Feldweg gefunden. Die Abfallmenge belief sich auf 1,1  Tonnen. Täter? Unbekannt. Der Kreis Pinneberg ließ die Reifen entsorgen – eine kostspielige Aufgabe.

Auch für die Kreisverwaltung ist die illegale Müllentsorgung zunehmend ein Problem. „Allerdings erfassen wir nur Fälle mit mehr als fünf Kubikmetern Müll“, erläutert Kreissprecher Oliver Carstens. 2016 gab es insgesamt 60  bis 70 Müllablagerungen dieser Sorte. Sechs Mal wurde eine Abfuhr seitens der Kreisverwaltung beauftragt. Kostenpunkt: 3000  bis 4000 Euro. In den übrigen Fällen blieben entweder Grundstückseigentümer auf Müll und Kosten sitzen oder die Umweltsünder wurden identifiziert und zur Kasse gebeten.

„Es gibt eine steigende Tendenz bei illegalen Müllablagerungen“, stellt Carstens klar. So musste 2017 sieben Mal die Beseitigung von Müll in Auftrag gegeben werden. Für 2018 zeichnet sich ein trauriger Rekord ab: Bereits zum jetzigen Zeitpunkt musste die Kreisverwaltung sechs illegale Müllberge entsorgen lassen.

Kleinere Vergehen wie die Mülltüte im Gebüsch oder der abgekippte Haufen Gartenerde sind hingegen Aufgabe der städtischen und kommunalen Ordnungsämter sowie der Polizei. „Subjektiv gesehen hat der Müll in der Natur zugenommen“, erläutert Arnd Habermann, Sprecher der Polizeidirektion Bad Segeberg und fügt an: „Verlässliche Statistiken gibt es bezüglich kleiner Vergehen allerdings nicht.“ Laut Alexander Rohde vom Ermittlungsdienst Umwelt des Polizei-Autobahn- und Bezirksreviers Pinneberg sind die Straftaten im Bereich Umweltverschmutzung rückläufig, wenn man die erfassten Fälle betrachtet. „Die Dunkelziffer ist meiner Einschätzung nach aber nach wie vor hoch. Dort befinden wir uns als Gesellschaft auf einem schlechten Weg“, erläutert er. Vor allem an Altglas- und Papiercontainern werde illegal Sperrmüll abgeladen. „Dass gefährlicher Müll wie Elektroschrott einfach so entsorgt wird, ist eine Straftat – das wissen viele Menschen gar nicht“, stellt Rohde klar.

Ähnlich sieht die Situation an den Containern in Pinneberg aus, berichtet Stadtsprecherin Maren Uschkurat. Grünflächen würden hingegen zwar größtenteils verschont, doch gerade in den Sommermonaten nehme der Müll auch dort zu.

„Bei dem starken Umweltbewusstsein, das der Gesellschaft immer wieder zugesprochen wird, wundern uns solche Vorfälle schon“, betont Jäger Wörmcke und ergänzt: „Deshalb appellieren wir als Kreisjägerschaft: Haltet unsere Natur sauber.“ Wie das gehen soll? In erster Linie selbst keinen Müll achtlos wegwerfen, erläutert der Vorsitzende. Illegale Mülldeponien sollten zudem bei den Ordnungsämtern oder der Polizei gemeldet werden. „Jeder kann erheblich dazu beitragen, unsere Landschaft sauber zu halten“, so Wörmcke. Die Jäger im Kreis Pinneberg wollen jedenfalls nicht tatenlos an Müll in der Natur vorbeigehen, verdeutlicht er den Standpunkt der KJS.

Wer nicht weiß, wie man Müll vorschriftsmäßig entsorgen soll, kann sich laut Carstens bei der Kreisverwaltung schlau machen. Auf der Internetseite www.pi-abfall.de sind Lösungen zu finden.

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