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Wenn der Postmann gar nicht klingelt : Ärger mit DHL-Paketzustellung in Pinneberg

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Ein Pinneberger Bürger hat Ärger mit DHL: Obwohl er an Liefertagen zu Hause ist, werden ihm die Pakete nicht zugestellt.

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erstellt am 12.Mär.2015 | 14:00 Uhr

Pinneberg | Man sieht sie täglich: die gelben DHL-Wagen. Beladen mit Paketen und Päckchen, die auf ihren Bestimmungsort warten. Wenn Reiner Spill auf ein Paket wartet, schaut er oft aus seinem Fenster, ob eines der Fahrzeuge sein Wohngebiet am Hellenkamp ansteuert. Doch oft ist die Enttäuschung groß: Obwohl er an den Liefertagen zu Hause ist, werden ihm die Sendungen nicht persönlich zugestellt.

„Dabei bin den ganzen Tag in meiner Wohnung“, beteuert er gegenüber dem Pinneberger Tageblatt. Den gelben DHL-Wagen habe er jedoch auf der Straße vorbeifahren sehen. Stattdessen findet er ein oder zwei Tage später einen Abholschein in seinem Briefkasten – überbracht durch die Briefpostzustellerin. Über die Sendungsverfolgung im Internet lässt DHL, die Paketsparte der Deutschen Post, Spill wissen, dass er sein Päckchen am nächsten Morgen in der Postfiliale an der Friedrich-Ebert-Straße 28 abholen könne. Der Nachricht kann Spill entnehmen, er sei an dem vereinbarten Lieferdatum nicht zu Hause gewesen.

Darüber ärgert sich der Frührentner, der früher als Kfz-Mechaniker gearbeitet hat. Seit er gesundheitliche Probleme hat, kauft er fast alles im Internet ein. Auch seine Tabletten. Doch weil der Paketbote bei Spill gar nicht klingelt, muss er weite Wege in Kauf nehmen, um an seine Lieferung zu kommen.

Der letzte Vorfall ereignete sich im Februar: Am 21. Februar wurde eine Sendung für Spill aufgegeben. Über das Internet verfolgte er die Sendung. Danach waren zwei Zustellungen erfolglos. Am Mittwoch, 25. Februar, wurde ihm dann mitgeteilt, dass die Sendung zur Abholung in die Friedrich-Ebert-Straße gebracht wurde. Wieder mit dem Vermerk, dass die Sendung nicht zugestellt werden konnte. Spill hat die Nase voll. Er ruft bei der DHL-Telefon-Hotline gleich zweimal an, da die erste Beschwerde erfolglos blieb. Ende der Woche, am Sonnabend, wird ihm das Paket endlich zugestellt.

Ist die Erklärung gefunden?

Spill hat eine Erklärung für die Vorfälle: „Es muss ein Fahrer sein, dem der Weg zu weit ist. Der DHL-Fahrer kann nämlich nicht bis vor unsere Haustür fahren, sondern muss vor einer Schranke, die meist abgeschlossen ist, halten“, sagt er. Nie liegt eine DHL-Benachrichtigungskarte in seinem Briefkasten. „Dabei habe ich nette Nachbarn, die die Sendung auch annehmen würden“, sagt Spill.

Jens-Uwe Hogardt, Sprecher der Deutschen Post in Hamburg, beschwichtigt: „Die Sendung ist doch angekommen“, sagt er auf Anfrage dieser Zeitung und weist darauf hin, dass die Sendung immerhin quer durch die Republik unterwegs war. Bei 3,4 Millionen Paketen, die täglich versendet werden, gebe es Fehlerquellen. „Das ist menschlich.“ Manchmal sei die Erwartungshaltung der Kunden sehr hoch.

Nur ein Einzelfall? In den Internetforen finden sich zahlreiche Beschwerden über DHL. Kunden aus dem gesamten Bundesgebiet schildern folgendes Problem: Sie hätten zu Hause vergeblich auf die Zustellung eines Pakets gewartet und dann im Postkasten eine Abholkarte gefunden. Der DHL-Bote hätte gar nicht oder zu kurz bei ihnen geklingelt, heißt es dort.

Julia Buchweitz von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein rät, sich bei DHL direkt zu beschweren. „Teilweise handeln die Zusteller aufgrund des enormen Zeitdrucks, dem sie unterliegen, und den schlecht bezahlten Löhnen so, was menschlich nachvollziehbar aber natürlich trotzdem nicht richtig ist. Es wird auf Beschwerden dieser Art in der Regel schnell reagiert, insbesondere dann, wenn sich die Vorfälle und damit die Beschwerden häufen. Empfehlenswert ist, die Tage und Uhrzeiten zu notieren, damit der entsprechende Fahrer besser zugeordnet werden kann“, so Buchweitz.

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