Ärger in der Goosmoortwiete

Wo früher Tennis gespielt wurde, parken nun die Fahrzeuge von auswärtigen Urlaubern, die von hier aus zum Hamburger Flughafen gebracht werden.
Wo früher Tennis gespielt wurde, parken nun die Fahrzeuge von auswärtigen Urlaubern, die von hier aus zum Hamburger Flughafen gebracht werden.

Shuttle-Busse sollen zu schnell in der Tempo-30-Zone unterwegs sein / Geschäftsführer räumt Fehler ein

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02. August 2018, 16:00 Uhr

Was für die einen eine prima Sache ist, kann für die anderen ein großes Ärgernis sein: Der Service für Urlauber und Geschäftsreisende, das eigene Fahrzeug außerhalb des Flughafens auf einem Stellplatz zu parken und per Shuttle-Bus direkt zum Terminal gebracht zu werden. Die Preise – inklusive Transfer – liegen dabei deutlich unter denen, die rund um den Airport zu bezahlen wären. Einer der Stellplätze einer Firma mit Sitz in Norderstedt ist in der Bönningstedter Goosmoortwiete zu finden. Dutzende Fahrzeuge, viele mit dänischen Kennzeichen, sind auf der Fläche zweier ehemaliger Tennisplätze zu finden.

Anwohner Jens Walz und seine Nachbarn sind genervt: „Die fahren da wie die Wilden rund um die Uhr – vor allem Nachts ist das richtig schlimm“, berichtet er. Da sein Schlafzimmer zur Straße liege, sei er schon des öfteren wach geworden. Sein Versuch, einen der Fahrer zu mehr Rücksicht zu bewegen, wurde mit „He, alter Mann, sieh zu, dass du wegkommst“, beantwortet. „Seit der Ferienzeit ist es richtig schlimm geworden“, hat der Anwohner beobachtet.

Auch Olav Diers hat schon mehrfach beobachtet, dass Fahrzeuge deutlich zu schnell unterwegs waren. „Einerseits verstehe ich die Eile, vor allem wenn man knapp dran ist und die Gefahr besteht, den Flieger zu verpassen. Aber für uns in der Nachbarschaft ist das nicht witzig“, sagt er. Zudem seien ihm schon häufiger Fahrzeuge mit Kennzeichen aus weit entfernten Orten aufgefallen, die entlang der Kieler Straße sämtliche vorhandenen Flächen zugeparkt hätten. „Wir haben schon überlegt, ob wir eine Petition starten sollen“, berichtet er.

Bürgermeister Rolf Lammert (CDU) stattete, kaum dass er von den Beschwerden über ein soziales Netzwerk erfahren hatte, beiden Unternehmen, die unabhängig voneinander diesen Service anbieten, einen Besuch ab. „Beide versicherten, keine Stellplätze an der Kieler Straße zu belegen“, so sein Bericht. Allerdings habe sich einer der Ansprechpartner einsichtig gezeigt und versprochen, mit den Fahrern der Shuttle-Busse Gespräche zu führen. „Wir werden das weiter beobachten“, kündigte Lammert an.

Geschäftsführer Deniz Arslan bestätigt im Gespräch mit unserer Zeitung, dass es in der Vergangenheit Probleme gegeben habe. „Ich will das nicht beschönigen, wir sind keine Unschuldslämmer“, räumte er ein. Seine Firma sei erst seit kurzem vor Ort und habe viel Stress in der Hochsaison gehabt. Dafür könne er nur um Verständnis bitten.

„Ich verstehe die Anwohner. Wir haben bereits Gespräche mit unserem Personal geführt. Es sollte nun deutlich besser werden“, sagte er. Er wünsche sich ein friedliches Nachbarschaftsverhältnis und wolle Streit vermeiden. „Wir werden, wenn es etwas ruhiger ist, die Nachbarn zum Grillen einladen und uns entschuldigen“, kündigte er an. Er hoffe, dass das angenommen werde.

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