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Fußball-Bundesligist Hamburger SV : Adler und Holtby sind die Besten

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Von Abstiegskampf kann beim HSV keine Rede mehr sein. Das Fiasko der vorigen Saison ist überstanden. Der Dino hat sich gefangen. Doch wie haben sich die einzelnen Spieler in der Hinrunde gemacht? Ein Leistungscheck.

Hamburg | Wer hat überzeugt, wer enttäuscht? Die Hinrunde ist für die Fußballer des HSV vorbei. Zeit für eine Leistungsbilanz. Die war 2014 einfach. Da konnte man der Mannschaft ohne langes Überlegen kollektives Versagen bescheinigen. 2015/2016 war der Dino bisher jedoch trotz des enttäuschenden Finales eine der positiven Überraschungen der Saison. Mit dem Abstiegskampf dürfte das Team von Trainer Bruno Labbadia diesmal nichts zu tun haben. Das verbesserte Auftreten schlägt sich auch bei der Bewertung der einzelnen Spieler positiv nieder. Dennoch gibt es auch diesmal wieder einige Verlierer, manche von ihnen tauchen wie Zoltan Stieber oder Artjoms Rudnevs hier gar nicht auf, weil sie für eine Beurteilung zu wenig Einsatzzeiten hatten. Die einzelnen Spieler im Leistungscheck:

René Adler: Vor allem in den letzten Wochen meistens überragend. Insgesamt der beständigste Spieler. Nur auf eins kann man sich nicht verlassen: Dass Adler wirklich fit ist. Aufgrund von Verletzungsproblemen muss er immer wieder mal pausieren. Trotz allem Note 2

Jaroslav Drobny: Hat weniger Potenzial als Adler, ist aber immer da, wenn er gebraucht wird. Seine Ruhe und Ausgeglichenheit tut der Mannschaft auch abseits des Platzes gut. Note 3

Dennis Diekmeier: Aggressiver und mit mehr Biss als in der Vorsaison. Dennoch müssten ihm bei seinem Talent die Tränen kommen, wenn er in der Nationalmannschaft Emre Can und Sebastian Rudy auf der Rechtsverteidigerposition herumgurken sieht. Vielleicht sollte er sich seine Fotostrecken mit Ehefrau, Tattoos und sogar Handtaschen schenken. Das passt zu Spitzenspielern, aber nicht zur Kategorie Mittelmaß. Mehr ist Diekmeier nicht. Deshalb die Note 3

Johan Djourou: Die Kapitänsbinde tut ihm gut. Spielt eine Saison ohne große Patzer und geht voran. Note 2-

Emir Spahic: Kein Sympathieträger und immer für einen Ausraster gut. Aber er bringt Leistung und ist Führungsspieler. Note 3

Cleber: Eigentlich ein guter Innenverteidiger. Aber die Fans müssen immer zittern, dass er mit einem Aussetzer ein Gegentor verschuldet. Ob man einen Spieler dieser Qualität wirklich nur für mehrere Millionen Euro in Brasilien finden konnte? Zweifel sind durchaus angebracht. Note 4+

Markus Ostrzolek: Kämpferisch ein Vorbild. Dumm nur, dass zum Fußball auch der Ball gehört. Mit dem kann der Linksverteidiger nicht wirklich viel anfangen. Note 4

Gotoku Sakai: Ebenfalls alles andere als Rastelli. Er ist immer dann an der Reihe, wenn auf den Außenverteidigerpositionen Not herrscht und überzeugt durch viel Engagement. Note 4

Gojko Kacar: Der serbische Patient. Wenn er auf dem Platz steht, ist auf ihn Verlass. Aufgrund ständiger Blessuren kann sich Labbadia aber nicht darauf verlassen, dass Kacar überhaupt zur Verfügung steht. Note 4

Gideon Jung: Ihn hatte keiner auf der Rechnung. Endlich mal wieder ein Talent, das Chancen auf den Durchbruch hat. Jung startete hervorragend in die Saison, war dann außen vor und kämpfte sich erst am Ende wieder zurück. Insgesamt eine gelungene Hinrunde. Mit Welpenbonus Note 3-

Albin Ekdal: Der schwedische Nationalspieler deutete an, dass er im zentralen Mittelfeld eine Verstärkung sein kann und gab dem Spiel des HSV Struktur. Als es aber richtig gut lief, war die Hinrunde aus Verletzungsgründen für ihn aber leider schon wieder vorbei. Note 3-

Marcelo Diaz: Der Chilene ist in einer der besten Nationalmannschaften der Welt einer der Stützpfeiler. In Hamburg kommt er trotz seines Tores in der Relegation gegen Karlsruhe aber nicht zurecht. Wie auf seiner vorherigen Station in Basel ist er meistens nur Ersatz und dementsprechend unzufrieden. Eine schnelle Trennung wäre für alle Beteiligten das Beste, ist aufgrund seiner Verletzung aber eher unwahrscheinlich. Note 5

Lewis Holtby: Der Duracell-Hase im Mittelfeld. Reißt fast jedes Spiel die meisten Kilometer ab. Das war schon in der vergangenen Saison so. Da richtete Holtby mit seinem blinden Aktionismus aber mehr Schaden als Nutzen an. Davon ist längst keine Rede mehr. Der Deutsch-Engländer hat sich im defensiven Mittelfeld zu einem unverzichtbaren Leistungsträger entwickelt. Note 2-

Aaron Hunt: Ein unglücklicher Start in Hamburg. Hunt kam mit wenig Spielpraxis aus Wolfsburg und brauchte ein paar Wochen, um in Schwung zu kommen. Als er sich endlich eingefunden hatte, fiel er verletzt aus. Schade, denn der ehemalige Bremer deutete an, dass er in der Lage ist, die so dringend benötigte Kreativität in der Offensive zu liefern. Note 4+

Ivo Ilicevic: Toller Start, dann eine kleine Krise, zum Schluss wieder besser. Ergibt Mittelmaß. Positiv ist, dass Ilicevic endlich mal verletzungsfrei blieb. Note 3

Nicolai Müller: Der Totalausfall aus der Vorsaison ist nicht wiederzuerkennen. Schnell, zweikampfstark, ab und an sogar torgefährlich – der Offensivspieler zeigte das, was ihn in Mainz zu Jogi Löw brachte. Das Kapitel Nationalmannschaft ist zwar vorbei. Dennoch beim HSV einer der Gewinner der Hinrunde. Note 3+

Ivica Olic: Spielte wenig. Wenn er auf dem Platz stand, wurde leider deutlich, warum Olic bei Labbadia außen vor ist. Seine Zeit ist vorbei. Eine schnelle Trennung wäre wie bei Diaz das Beste. Schade, dass der vorbildliche Profi und Publikumsliebling so einen unschönen Abgang bekommt. Note 5

Michael Gregoritsch: Auf seiner zweiten Bundesligastation nach Hoffenheim scheint dem österreichischen U21-Nationalspieler der Durchbruch zu gelingen. Der Neuzugang aus Bochum ist zwar kein Leistungsträger, belebte aber die vor wenigen Monaten noch so harmlose HSV-Offensive. Note 3

Pierre-Michel Lasogga: Torgefährlich und mit viel Kampfgeist. Sucht bei jeder Gelegenheit ohne Zögern den Abschluss. Allerdings gibt es immer wieder mal Spiele, in denen er gar nicht zu sehen ist. Trotz allem ist Lasogga mit Abstand der beste Stürmer des HSV. Wenn er aber zu Jogi Löw will, muss er an seiner Fitness arbeiten. Mittelstürmer wie Lewandowski, Gomez oder Drogba sind Modellathleten, Lasogga dagegen eher „Lasagne“ (sein Spitzname aus Hertha-BSC-Zeiten). Für den HSV ist er dennoch unverzichtbar. Note 3+

Sven Schipplock: Wieso der HSV für einen Reservestürmer aus Hoffenheim eine Millionensumme in die Hand genommen hat, erschließt sich nicht. Da hätte auch Artjoms Rudnevs weiter vorne herumstolpern können. Schipplock fehlt die Klasse für die Bundesliga. Sein Kauf war der puren Verzweiflung geschuldet. Note 5

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erstellt am 25.Dez.2015 | 19:12 Uhr

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