Adieu, Mister Rellingen

Vier Kameraden der Feuerwehr hielten vor und während der Trauerfeier Wache am Sarg von Albert Hatje.  Fotos: Qayumi
1 von 3
Vier Kameraden der Feuerwehr hielten vor und während der Trauerfeier Wache am Sarg von Albert Hatje. Fotos: Qayumi

Trauerfeier für Ehrenbürger der Gemeinde Albert Hatje / Politik, Feuerwehr und Vereine erweisen die letzte Ehre

shz.de von
09. Juni 2018, 16:00 Uhr

„Wir haben ihm immer gern zugehört, denn was er erzählte war gelebtes Leben“, sagte Thomas Heidorn, Wehrführer der Feuerwehr Egenbüttel, gestern Nachmittag im Rahmen der Trauerfeier für Albert Hatje in der Rellinger Kirche. Der Rellinger verstarb Ende Mai im Alter von 91 Jahren. „Er hatte jederzeit ein offenes Ohr“, fügte Rellingens Bürgermeister Marc Trampe (parteilos) hinzu. „Albert Hatje war Freund und Mentor für die Bürgermeister“, charakterisierte ihn Landrat Oliver Stolz (parteilos).

„Kommunalpolitiker, Bürgervorsteher, Mitbegründer und Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Egenbüttel, Schauspieler, man kann gar nicht aufzählen, wo Albert Hatje überall mitgearbeitet hat“, sagte Pastorin Iris Finnern während ihrer Begrüßung. Der Umfang von Hatjes Wirken zeigte auch die Vielfalt der Gäste. Die Feuerwehr und Vertreter von Vereinen, Verwaltung und Politik füllten außer der Kinder Hatjes und ihrer Familien die Kirchenbänke Seine Frau Edith verstarb im Winter.

Trampe versuchte, in wenigen Worten zusammenzufassen, was Hatjes Arbeit ausgemacht hat: „58 Jahre hat er kommunalpolitisch so einiges in die Wege geleitet. Seine politische Heimat war die CDU. 24 Jahre lang hat er als Bürgervorsteher den Kontakt zu den Rellingern gepflegt.“ Hatjes Art sei einzigartig gewesen, besonders wie er sein Amt ausgeführt hat. „Mit Sachkunde und Selbstlosigkeit wurde er zu Mr. Rellingen. Die Gemeinde verneigt sich vor diesem Mann.“

In seiner Ansprache betonte Landrat Stolz, dass Hatjes Verdienste „unbeschreiblich groß“ seien. „Hatje war ein Macher, packte alles selbst an. Er verkörperte den bodenständigen Menschen, war demütig und zufrieden. Er gab mehr als er nahm“, sagte Stolz über Rellingens Ehrenbürger. Hatje habe echte menschliche Größe besessen. „Er machte keine Unterschiede und lebte Integration in einer Zeit, in der wir das Wort noch gar nicht kannten.“

Anja Radtke, Rellingens ehemalige Bürgermeisterin, sprach stellvertretend für die Vereine der Gemeinde – in denen Hatje zwar nicht überall Mitglied gewesen sei, sich aber trotzdem intensiv eingebracht habe. „Er lebte für seinen Theaterverein, er war dort über 76 Jahre selbst aktives Mitglied und hat damit die niederdeutsche Sprache lebendig gehalten.“

Der Gottesdienst für Hatje verbreitete trotz des traurigen Anlasses Optimismus. Die Erzählungen über Hatjes Schaffen vertrieben die negativen Gedanken ein wenig. Die Musikauswahl zum Auszug erzeugte Gänsehaut und Tränen. Der mit reichlich Blumen geschmückte Sarg wurde von Kameraden der Feuerwehr zum Orgelspiel des Liedes „Time To Say Goodbye“ hinaus- und durch ein Spalier der Feuerwehr getragen. Die letzte Ehre für Johann Albert Hatje – den Mann, der die Gemeinde Rellingen nachhaltig geprägt hat.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen