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Pinneberger Tageblatt

14. Dezember 2017 | 02:14 Uhr

ADAC: Jetzt ein Reifenschaden?

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Hersteller sollen vor den Tests informiert worden sein – Serie von Vorwürfen beunruhigt Mitglieder der örtlichen ADAC-Clubs

shz.de von
erstellt am 05.Feb.2014 | 16:41 Uhr

Der ADAC will nächste Woche erste Ergebnisse einer externen Kontrolle zu Manipulationen beim Autopreis „Gelber Engel“ bekanntgeben. Während der Automobilclub die bisherigen Vorwürfe überprüft, tauchen immer neue Fragen auf – jetzt zu den Reifentests. Damit kommt erstmals auch die an den Tests beteiligte Stiftung Warentest in die Schusslinie. ADAC und Stiftung Warentest wiesen die Vorwürfe gestern aber strikt zurück: Das Verfahren bei den Tests sei stets transparent gewesen.

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte überprüft inzwischen weiter mögliche Manipulationen bei der Platzierung bei der Wahl zum Lieblingsauto der Deutschen. Anfangs hatte es geheißen, der zurückgetretene Kommunikationschef Michael Ramstetter habe nur die Stimmenzahl nach oben frisiert, die Reihenfolge der Fahrzeuge beim Autopreis „Gelber Engel“ sei aber nicht betroffen.

Die Untersuchungsergebnisse zum „Lieblingsauto 2014“ sollen nun am Montag oder Dienstag veröffentlicht werden. Die Ergebnisse zum „Lieblingsauto“ für die Jahre 2005 bis 2013 sollen am 17. oder 18. Februar folgen, die übrigen Kategorien des Autopreises „Gelber Engel“ eine Woche später. Der ADAC hat Deloitte nach dem Bekanntwerden der Manipulationsvorwürfe bei den Stimmenzahlen mit der Untersuchung sämtlicher Verleihungen des Preises „Gelber Engel“ beauftragt.

Neuen Berichten der WDR-Sendung „Servicezeit“ und der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) zufolge sollen Reifenhersteller vor Tests Details erfahren und ihre Reifen angepasst haben. Sie hätten gewusst, welche Modelle getestet werden und die Testverfahren und Standards gekannt. Damit sei der betreffende Reifen bestmöglich modifiziert worden.

Auch in den örtlichen Automobilclubs sorgen die Vorwürfe im Rahmen der Affäre für Gesprächsstoff. Werner Fendrich (71) vom MSC Lägerdorf: „Niemand aus unserem Verein hat vermutet, dass so etwas beim ADAC passiert. Ich habe mich besonders darüber geärgert, dass offenbar Batterien zu überteuerten Preisen und mit Provision für die Gelben Engel verkauft wurden.“

Maren Thießen vom Schenefelder Automobilclub sagt dagegen: „Der ADAC leistet gute Arbeit. Es muss jetzt Aufklärung erfolgen, denn das gute Image und die Vertrauenswürdigkeit waren bisher die Stärken des ADAC.“

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