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Pinneberger Tageblatt

20. August 2017 | 22:01 Uhr

Absolut geräuschlos durch die Lüfte

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

PC-gesteuertes Segelflugzeug: Landessieg für drei Rellinger bei „Jugend forscht für bestes interdisziplinäres Projekt“ / 29. Mai zum Bundeswettbewerb

Ingenieurwissenschaften, Informatik, Physik, Mathematik – für Florian, Étienne und Maximilian besteht die Welt aus Zahlen, der Logik, Programmierung, Tüfteln und Erfinden. Die drei Jungs aus Rellingen kennen sich seit Jahren, sitzen als Elftklässler zusammen im Physik-Profil an der Johannes-Brahms-Schule (JBS) in Pinneberg und wurden jüngst für ihre Leidenschaft belohnt: Beim „Landeswettbewerb Jugend forscht 2016“ trugen die 16-Jährigen den „Landessieg für das beste interdisziplinäre Projekt“ – ein computergesteuertes Segelflugzeug – davon. Als Siegprämie kassierte das sympathische Trio 250 Euro.

Nicht genug: Die Erich-Becker-Stiftung – dahinter verbirgt sich der Airport Frankfurt/Main – macht nochmal 125          Euro locker. Für den „Sonderpreis Luftverkehr/Luftfahrt“. Es ist mehr eine symbolische Summe. Aber Florian, Étienne und Maximilian wissen das zu schätzen. Seit dem Sommer 2015 – „Beim Eisessen hatten wir die Idee“ – brüten sie gemeinsam in ihrer Freizeit im Dachgeschoss des Elternhauses von Florian über Formeln, über Methoden, über Thermik, Reichweite, GPS- und Druck-Sensoren, über den perfekten Kompass, über Beschleunigung und das „Drehrad“, den Gyro.

Eine Menge Wissenschaft für die Nachwuchswissenschaftler. „Kein Problem“, kommt es unisono aus den Mündern der Drei. „Wenn es Spaß macht, wenn das Interesse da ist, fällt es leicht“, wirft Florian locker ein. Und was genau hat die Jury so begeistert? Die Software für das Modellsegelflugzeug, die sie entwickelt hätten, lasse das Flugzeug ohne Motor fliegen. Mit einer speziellen Regelungstechnik. Nur mit Thermik. Lautlos. „Das Segelflugzeug kann auf Böen in einer 100tel Sekunde reagieren“, beschreibt Étienne das komplexe Innere nicht ohne Stolz.

Sie haben ihr Ziel erreicht: die programmierte Steuerung des Flugzeugs als Alternative zur Handsteuerung. Doch die Wege von Florian, Étienne und Maximilian trennen sich jetzt nicht. Im Gegenteil. Am 29. Mai trifft sich auf Bundesebene die forschende Jugend in Paderborn im Heinz-Nixdorf-Computermuseum, das auch als Sponsor auftritt. Dort wollen die Rellinger ihren modifizierten und optimierten Flieger vorstellen. Und die kritische Jury begeistern: Mit einer verbesserten Solartechnik, mit einem größeren Modell, mit Codes und Diagrammen sowie Videos von Modellflügen ihres „Weißen Schwans“ auf ihrem Trainingsgelände. Eine Wiese in Egenbüttel.

An ihrer Seite ist stets Lars Klettke. Physik- und Mathematiklehrer an der JBS. „Er lässt uns freie Hand, unterstützt uns nach Kräften und gibt uns wichtige physikalische Tipps“, betont Maximilian. Klar: Klettke ist stolz auf das Engagement seiner Schüler. Verfolgt jeden Schritt mit Interesse. Und Kritik.

Es soll auch eine Erfindung von nachhaltigem Nutzen sein, hoffen Florian, Étienne und Maximilian: „Das Flugzeug fliegt absolut geräuschlos. Ausgerüstet mit einer Kamera, wäre es beispielsweise für die Vogelzählung geeignet.“

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erstellt am 24.Mär.2016 | 16:00 Uhr

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