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Nach 50 Jahren : Abschiedsspiel für Detlef Kuhn in Tangstedt

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Nach mehr als 50 Jahren ist Schluss mit Fußball für den Tangstedter. Abschiedsspiel zwischen Alten Herren des TSV und Allstars.

shz.de von
erstellt am 31.Aug.2015 | 16:12 Uhr

Tangstedt | Es fiel Detlef Kuhn sichtlich schwer, den Fußballplatz zu verlassen. Nach mehr als 50 Jahren machte er Schluss mit seinem größten Hobby. Zwar lächelte er bei seinem Abschiedsspiel am vergangenen Sonnabend in Tangstedt tapfer, doch in seinen Augen war Wehmut zu erkennen. „Ich bin sehr traurig, aber es ging nicht anders“, sagte Kuhn nach dem Abpfiff.

Doch er machte das Beste aus der Situation: Im Vorfeld suchte er sich für sein Allstar-Team Freunde und Weggefährten aus den zahlreichen Vereinen seiner fußballerischen Laufbahn. Gemeinsam spielten sie gegen die Alten Herren des Tangstedter Sportvereins (TSV), die Mannschaft, in der Kuhn zuletzt aktiv war. Auch ein Flüchtling aus der Gemeinde war bei dem Spiel auf dem TSV-Sportplatz dabei. „So etwas nenne ich Integration. Ich freue mich, dass er dabei ist“, betonte Kuhn.

Das Spiel sollte eigentlich über zwei mal 35 Minuten laufen. Leicht fiel der Abpfiff auch dem Schiedsrichter, der Tangstedter Legende „Fieten Wulf“, nicht. Also ließ er die bereits durchgeschwitzten und ausgepowerten Fußballer noch einmal zehn Minuten länger rennen und sprinten.

Wie es bei einem Abschiedsspiel üblich ist, durfte Kuhn mindestens ein Tor schießen – letztendlich gelangen ihm sogar zwei. Beide durch Elfmeter. Später bekam Kuhn wegen eines nicht ganz unabsichtlichen Handspiels die gelbe Karte. Kurz vor Abpfiff flog er sogar vom Platz, wegen eines Fouls im Strafraum. „Das ist typisch bei Abschiedsspielen. Sobald ich die rote Karte bekomme, verlasse ich für immer das Spielfeld“, erklärte Kuhn. Letztendlich gewann die TSV-Mannschaft mit 6:3.

Für die Allstars (rote Trikots) und die Alten Herren des TSV Tangstedt stand der Spaß im Vordergrund. (Foto: Hofmann)
 
 

Kuhn machte sich die Entscheidung nicht einfach, doch die Gesundheit ging vor. „Mein Knie ist irreparabel kaputt. Ich hätte mich für eine Operation oder für das Aussteigen entscheiden müssen. Da ich selbstständig bin und ich kein Risiko eingehen kann, musste ich aufhören“, sagte Kuhn.

Für das Abschiedsspiel schnürten auch einige seiner ehemaligen Teamkollegen ihre Fußballschuhe. „Wir haben 25 Jahre zusammen gespielt. Es ist ein Verlust für den deutschen Fußball, dass er nun aufhört“, sagte Michael Timm mit einem Lachen auf den Lippen. Auch Thomas Gröber spielte mit. „Ich spiele eigentlich gar nicht. Ich bin nur für Detlef da“, sagte er.

Für Kuhn ging es an diesem Tag nicht nur um den Sport. Für ihn war es wichtig, auch auf die Flüchtlingssituation in Tangstedt hinzuweisen. Bei einer Tombola mit zahlreichen Preisen konnten die Besucher Lose kaufen. „Der Erlös geht komplett an die Flüchtlings-Betreuerin Sabine Sommerfeld. Für die Asylbewerber werden noch einige Kleinigkeiten gebraucht und auch die kosten Geld“, betonte Kuhn.

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