Dienstzeitende : Abschied nach 25 Jahren als Pinneberger Friedhofsverwalterin

Christoph Espelage, Chef des KSP (rechts), und Guido Roschlaub, technischer Leiter des Friedhofes, würdigten Ellen-Iris Lengwenat Lengwenat.
Christoph Espelage, Chef des KSP (rechts), und Guido Roschlaub, technischer Leiter des Friedhofes, würdigten Ellen-Iris Lengwenat Lengwenat.

Ein Viertel Jahrhundert im Dienste der Trauernden: Ellen-Iris Lengwenat ist mit viel Dank verabschiedet worden.

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18. Mai 2018, 13:17 Uhr

Pinneberg | Langsam aber stetig füllte sich der von blühenden Rhododendren umfasste Gartenbereich des Verwaltungshauses des städtischen Friedhofes Pinnebergs mit geladenen Gästen. Sie alle kamen, um Ellen-Iris Lengwenat an ihrem definitiv letzten Tag in der Friedhofsverwaltung zu danken. Lengwenat, die bereits seit März 2018 den passiven Teil ihrer Altersteilzeitregelung genießen kann, feierte gestern ihr 25-jähriges Dienstjubiläum und gleichzeitig verabschiedete sie sich offiziell aus dem aktiven Dienst.

Christoph Espelage, Chef des Kommunalen Servicebetriebes Pinnebergs (KSP), eröffnete in einer kurzen Ansprache den Empfang, an dem auch alle Mitarbeiter des Friedhofes teilnahmen. Er hob hervor, dass die Jubilarin in ihrer Zeit als Friedhofsverwalterin viel erreicht habe und überreichte im Namen der Stadt Pinneberg eine Urkunde und einen großen Blumenstrauß mit rosa Pfingstrosen.

Auch der technische Leiter des Friedhofes, Guido Roschlaub, schloss sich der Reihe der Gratulanten an und präsentierte im Namen aller Kollegen ein Geschenk, dessen Verpackung Gemütlichkeit in Form von maritimem Terrasseninterieur erahnen lässt.

Trauer äußert sich unterschiedlich – manchmal auch in Wut

Wilhelm Meine war aus Garbsen angereist. Er ließ es sich genau wie Hermann Stieler aus Elmshorn nicht nehmen, als Friedhofsverwalter der scheidenden Kollegin zu ihrem Jubiläum zu gratulieren. Lengwenat betonte in ihrer Dankesrede, dass sie als Freundin klarer Worte einer Konfrontation nie aus dem Weg gegangen sei, aber dass am Ende des Tages eine vernünftige Lösung für ein Problem für sie immer das Wichtigste war. Rückblickend erinnert sie: „Manchmal kamen Menschen in unser Büro, die uns ohne Grund heftig beschimpften. Ich musste erst lernen, dass sie damit gar nicht uns meinen, sondern einfach nur unter ihrem Trauerschmerz litten.“

Die gelernte Groß- und Außenhandelskauffrau trat ihren Dienst in Pinneberg genau am 17. Mai 1993 an, zunächst als Schnittstelle zwischen Technik und Verwaltung, später als Personalsachbearbeiterin und ab 2007 dann als verantwortliche Verwalterin.

Auch bei Beisetzungen gibt es Trends

„Es hat sich im Laufe der Zeit sehr viel verändert,“ erklärt Lengwenat. „Früher gab es überwiegend die klassischen Beerdigungen, dann haben Urnenbeisetzungen immer mehr zugenommen. Derzeit sind die doppelten Urnenplätze für Ehepaare besonders nachgefragt, wir müssen jedes Jahr dafür neue Flächen ausweisen.“ Auch die Anzahl von Trauergästen nimmt tendenziell ab, so Lengwenat, deshalb hoffe sie, dass ihr Wunsch nach einer kleineren Kapelle eines Tages doch noch erfüllt wird.

Ihre Hobby sind Fernreisen mit ihrem Mann, zum Beispiel nach Vietnam oder Mauritius: „Auch dort besuche ich gern Friedhöfe. Man kann dort viel über die jeweilige Kultur lernen.“ Deshalb stehen auch in der Zukunft wieder Reisen an. „Zunächst aber sind wir noch mit einem Hausbau für den dritten Lebensabschnitt mehr als beschäftigt,“ so Lengwenat. Denn sie möchten wieder zurück in die Nähe Lübecks, ihrer alten Heimatstadt.

 

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