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Pinneberger Tageblatt

18. August 2017 | 01:57 Uhr

Abrisswut in Rellingen muss aufhören

vom

Rellingen | Es ist eine Minute vor 12 Uhr. Dr. Konrad Wolf, Fraktionsvorsitzender der Grünen in Rellingen, will die grassierende Abrisswut bezüglich erhaltenswerter, ortsprägender Bausubstanz in seiner Gemeinde nicht mehr länger hinnehmen: "Wir haben seit langem ein Baumschutz-Kataster. Was die Gemeinde noch dringend benötigt, ist ein Haus-Kataster." Während der Sitzung des Ausschusses für Bauwesen und Umwelt am Dienstag, 20. August (ab 19 Uhr, Rathaus), setzt Wolf auf’s Ganze. Und auf die Vernunft der Kollegen.

Wolf und seine Parteifreunde gehen nicht unverbereitet in die Sitzung: "Mit sachkundiger Unterstützung von Wieland Witt vom Verein für Heimatkunde Rellingen und Umgebung von 1976 und anhand eines 2005 von der Unteren Denkmalschutzbehörde beim Kreis Pinneberg erstellten Katalogs der einfachen Kulturdenkmale in der Gemeinde Rellingen haben wir die - diesem Antrag - beigefügte Bestandsliste erhaltenswerter Gebäude in Rellingen aufgestellt." Und weiter: "Wir schlagen vor, dass diese (bei Bedarf noch ergänzungsfähige) Liste Grundlage für einen vom Ausschuss zu beschließenden Kataster zu schützender Gebäude darstellen soll."

Die "Bestandsliste erhaltenswerter Gebäude" konzentriert sich besonders auf die Straßenzüge Ehmschen (Hausnummern 1, 2, 7, 13, 17, 19, 33) und Oberer Ehmschen (61, 81, 83, 85, 87, 88, 89, 91, 93, 95, 102 bis 104), Eichenstraße 10 und 14, Gärtnerstraße 8 und 10, Hallstraße 53 sowie die Hauptstraße (17, 18, 20, 27 (Pastorat), 27a (Gemeindehaus), 73, 123, 125, 127, 131, 146 und 148 (alles Villen).

Auf der sicheren Seite sind laut Wolf die Gebäude in Rellingen, die als Kulturdenkmale gemäß Paragraf 5 Denkmalschutzgesetz (alter Fassung) geführt werden. Dazu gehören die Barockkirche/Kirchwarft, das Pastorat, die Villa am Park (Schefe) sowie das Kleine Gesellschaftshaus.

Wieland Witt, das "Gute Gewissen von Rellingen", mahnt in einem Schreiben an Wolf, das dieser Zeitung vorliegt, zur Eile: "De facto sind die einfachen Kulturdenkmale nicht geschützt, weil der Eintrag in diese Liste keine Schutzpflichten der Eigentümer auslöst. Also: Eine Selbstverpflichtung der Gemeinde wäre eine lobenswerte Sache."

Witt ist es auch, der die politischen Entscheidungsträger in die Verantwortung nimmt. "Die Liste sollte ergänzt werden durch Bauten, die zwar dem Denkmalschutz nicht interessant genug erscheinen, den Rellingern aber hinsichtlich ihres Ortsbildes als wichtig erscheinen", betont der Forscher. Dazu gehöre die Villa von "Schröder" an der Hauptstraße, das versteckt liegende Strohdachhaus hinter der Bebauung an der Hauptstraße. Aber auch die "Heubelsche Villa" (Baumschuler) von 1911 am Stawedder 33 und die ehemalige Villa des Baumschulers Schrader an der Tangstedter Chaussee dürften nicht unerwähnt bleiben.

Der Grünen-Politiker Wolf hofft, dass er mit dieser Initiative eine lebhafte Diskussion anstoßen kann. "Zum Wohl meiner Gemeinde Rellingen."

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erstellt am 09.Aug.2013 | 11:17 Uhr

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