Abriss auf Kommando

Die Einsatzkräfte montierten eine Schwerlastschlinge am Radlader, um den morschen Vorbau zu beseitigen.
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Die Einsatzkräfte montierten eine Schwerlastschlinge am Radlader, um den morschen Vorbau zu beseitigen.

Balken am Pinneberger Bahnhof stürzt herab und verfehlt einen Fahrgast nur knapp / Gleisabschnitt bleibt zunächst ohne Licht

shz.de von
30. August 2018, 16:00 Uhr

Wer gestern gegen Mittag beim Pinneberger Bahnhof entlangschlenderte, erlebte einen Feuerwehreinsatz der besonderen Art. Nachdem die Feuerwehrleute vormittags einen brennenden Toaster gelöscht hatten, rückten sie um 13.06 Uhr erneut aus. Auf der Südseite des Bahnhofsgebäudes war der Querbalken eines Dachgerüsts auf einen Fahrgast herabgestürzt. Verletzt wurde die Person laut Polizei nicht. Der Balken hatte ihn knapp verfehlt.

Augenscheinlich hatte sich der Pfeiler aufgrund von Altersschwachheit aus der Verankerung gelöst, denn auch der Rest des Gerüsts wies zahlreiche marode Stellen auf. Es bestand akute Einsturzgefahr. Köster ließ nach Eintreffen um 13.23 Uhr das Gebiert absperren. Der Bahnbetrieb wurde auf einem Gleis vorübergehend eingestellt.

Während die Holzkonstruktion von der Wehr abgerissen wurde, fielen Teile des Unterstandes auf die Gleise, Glas zersplitterte in alle Richtungen und das Mauerwerk fing an zu bröckeln. Doch davon ließen sich die Feuerwehrmänner nicht beeindrucken und setzten ihre Aufgabe und hoch konzentriert fort.

„Für mich war sofort klar, dass wir den Vorbau abreißen müssen, wir haben hier eine akute Gefahrenstelle“, sagte Köster. Da ein solcher Abriss auch die vorhandene Beleuchtung auf diesem Gleisabschnitt zerstört, wollte der Wehrführer zunächst die Bahn informieren. Allerdings verlief die Kommunikation seitens des Notfallmanagers der Deutschen Bahn (DB) zunächst schleppend. Erst 50  Minuten später konnte Köster den Einsatzbefehl zum Abriss erteilen.

Außer den acht Einsatzkräften half vor Ort ein nachgefordeter Mitarbeiter des Bauhofs mit einem Radlader, den Fahrgastunterstand Schritt für Schritt abzureißen.

Um 15.45 Uhr war ein ereignisreicher Einsatztag der Freiwilligen Feuerwehr zu Ende. Der Bahnverkehr konnte laut Christine Fortmann, Mitarbeiterin der Pressestelle der DB, bereits gegen 16 Uhr wieder aufgenommen werden. Heute wollen Experten der DB das Einsatzgebiet inspizieren und über mögliche Beleuchtungsalternativen beraten. Zum Zustand des Unterstandes wollte sich Fortmann zum jetzigen Zeitpunkt nicht äußern.

Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos) bedauert den Zwischenfall gestern auf Anfrage unserer Zeitung. Sie sei froh, dass am Bahnhof in naher Zukunft saniert werde.

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