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Kreis Pinneberg : Abfischen in Bokel: Fünf Tonnen Karpfen aus dem See geholt

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Traditions-Spektakel lockt mehrere tausend Menschen zum Bokeler See. Volksfest mit Bauernmarkt und Kunsthandwerker-Basar.

shz.de von
erstellt am 26.Okt.2015 | 10:00 Uhr

Bokel | Wenn sich das Laub der Bäume am Bokeler See bunt färbt, präsentiert sich das Areal in der kleinen Gemeinde im Norden des Kreises Pinneberg nicht nur mit einem prächtigen Farbenspiel. Einher mit dem Beginn der Jahreszeit geht auch das traditionelle Abfischen des 20 Hektar großen Gewässers – ein Spektakel, das seit vielen Jahren Schaulustige und Fischliebhaber gleichermaßen anlockt. So war es auch am Wochenende. Mehrere tausend Besucher wollten sich das längst zum Volksfest avancierte Ereignis nicht entgehen lassen.

Bereits fünf Wochen zuvor hatten Teichwirt Rainer Erich und seine Helfer damit begonnen, das Wasser des Sees, der durch einen Forellenbach gespeist wird, abzulassen. Im Abfluss, dem so genannten Mönch, wurden die Fische mit einem Kescher gefangen. Insgesamt fünf Tonnen Fisch, überwiegend Karpfen, aber auch im See beheimatete Forellen und Schleien, gingen den Petrijüngern ins Netz. Befreit von Laub und Schmutz an einem Sortiertisch ging es anschließend in Riesen-Bottichen in einen Teich zur Zwischenlagerung.

Besucher, die gleich einen oder mehrere Exemplare zum Verzehr mit nach Hause nehmen wollten, fanden sich an der Schlachtbank ein. „Darf’s der Bokeler Rundschnitt sein?“, fragte Schlachtermeister Hans Hartmann, bevor er mit routiniertem Griff den Betäubungsstock ansetzte und den Fisch anschließend fachgerecht ausweidete. Zu den ersten Kunden gehörten Walter (89) und Gerda (81) Banck aus Quickborn. Das Ehepaar, das seit vielen Jahren zum Abfischen nach Bokel kommt, erstand zwei Karpfen mit einem Gesamtgewicht von jeweils dreieinhalb Pfund. „Einer kommt heute Abend noch in den Kochtopf, der andere wird eingefroren“, freuten sich die Rentner über ihre „Beute“. Teichwirt Erich sagte: „Der Bokeler Karpfen muss nicht gewässert werden, sondern ist sofort nach dem Fang bereit zum Verzehr, da er wegen des fließenden Gewässers im See nicht nach Modder schmeckt.“

Zum Rahmenprogramm der Veranstaltung gehörten ein Bauernmarkt mit landwirtschaftlichen Produkten aus der Region, ein Kunsthandwerkerbasar und ein Kinderkarussell. Großer Andrang herrschte an den Ständen mit Fischbrötchen, Erbsensuppe und Grillwürstchen.

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