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Geliebte Tradition : Abfisch-Spektakel am Bokeler See

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

40 Zentner Fisch im Angebot: Die Veranstaltung mit Volksfest-Charakter lockte Tausende Besucher an.

shz.de von
erstellt am 28.Okt.2013 | 12:00 Uhr

Sonnenschein, nahezu frühlingshafte Temperaturen und ein buntes Rahmenprogramm: Das traditionelle Abfischen des Bokeler Sees lockte am Wochenende Tausende in die kleine Gemeinde im Norden des Kreises.

Es war einmal mehr eine touristische Attraktion und ein Spektakel mit Volksfest-Charakter. Während die Helfer Karpfen, Forellen und andere Fische zentnerweise aus dem Gewässer holten, beobachten die Besucher das Geschehen oder tummelten sich an den Ständen des Bauernmarkts am Ufer.

Bereits Mitte September hatten Teichwirt Rainer Erich und sein Team damit begonnen, das Wasser des 20 Hektar großen Sees über einen Forellenbach abzulassen. Durch einen Abfluss, eine so genannten Mönch, trieben die Fische in einen Mini-Teich. Dort wartete ein Trupp mit Keschern, um die Beute zu einem Sortiertisch zu bringen. Max (13) und Hannes (11) waren die Jüngsten unter ihnen. „Wir sortieren die Fische nach Größen und befreien sie vom Laub und Schmutz“, sagten die Schüler. Dass dabei ihre Kleidung und Gesichter bereits nach kurzer Zeit vom Schlamm vollgespritzt waren, störte die Jungen nicht: „Uns macht die Arbeit großen Spaß.“

Insgesamt 25 Helfer waren an den beiden Abfischtagen im Einsatz. „Viele von ihnen sind seit langem dabei, auch schon in der zweiten und dritten Generation“, sagte Erich. Seine Schlachtreife erreicht ein Karpfen frühestens nach drei Jahren.

Das Besondere an den Bokeler Fischen ist, dass dem See durch den Bach, der durch das Gewässer führt, ständig Frischwasser zugeführt wird und die Karpfen deshalb nicht nach Modder schmecken. „Wir füttern auch nicht zu“, betonte Erich. Etwa 40 Zentner Fisch „ernteten“ die Helfer am Wochenende.

Blutig wurde es an der Schlachtbank. Dort betäubten Hans Hartmann und seine Helfer die Fische und setzten zum „Bokeler Rundschnitt“ an. Susanne Cords war mit ihrem Ehemann Heiko und Sohn Michel aus Elmshorn gekommen. Sie erstand einen sechs Pfund schweren Karpfen. „Der kommt noch heute in den Kochtopf“, freute sich die Familie. Oma Ursula Brammann verriet ein besonderes Rezept: „Der Karpfen muss in einem Sud aus zwei Litern Wasser, einer halben Tasse Salz, Pigment, zwei großen Zwiebeln und Essig 20 Minuten ziehen und dann über Nacht weggestellt werden. Am nächsten Tag wird er in der Flüssigkeit wieder erhitzt und anschließend mit Kartoffeln, einer Meerrettich- und einer Buttersoße serviert.“

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