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Pinneberger Tageblatt

14. Dezember 2017 | 18:55 Uhr

Ab und auf der Gebühren

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Rundfunkbeitrag: Experten fordern, dass die Abgabe in den kommenden Jahren sinken soll / Anstieg 2021

shz.de von
erstellt am 13.Apr.2016 | 17:38 Uhr

Der Rundfunkbeitrag soll nach dem Willen von Experten wegen eines milliardenschweren Überschusses ab 2017 um 30 Cent im Monat sinken – in fünf Jahren kann es jedoch deutlich teurer werden. Weil das bisherige Beitragssystem über eine halbe Milliarde Euro mehr als geplant eingebracht hat, schlägt die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) eine Senkung ab 2017 von 17,50 Euro auf 17,20 Euro im Monat vor. „Der Bürger muss auch nicht in Anspruch genommen werden, wenn es keinen Bedarf gibt“, sagte der KEF-Vorsitzende Heinz Fischer-Heidlberger gestern in Mainz. Die Entscheidung liegt allerdings bei den Ländern.

Der Beitrag könnte ab 2021 aber auf 19,10 Euro im Monat steigen, sagte der KEF-Vorsitzende. Wenn es wie von der KEF vorgeschlagen ab 2017 zu einer Senkung um 30 Cent komme, könne der Beitrag in fünf Jahren sogar bei 19,40 Euro im Monat liegen. Der Grund: Eine Rücklage aus Mehreinnahmen in Höhe von 1,6 Milliarden Euro stehe nur für 2017 bis 2020 zur Verfügung – und die Sender weisen schon darauf hin, mehr Geld zu benötigen. „Es wird auf jeden Fall richtig teuer werden ab 2021“, sagte Fischer-Heidlberger. Die Kommission ist von einem Mehraufwand von 1,5 Prozent im Jahr ausgegangen. Die Mehreinnahmen kamen vor allem durch einen Datenabgleich zustande – wer bis dahin nicht gezahlt hatte, muss es nun. Es gebe noch eine Reihe von Zwangsvollstreckungsmaßnahmen, sagte Fischer-Heidlberger.

Die Chefin der Länder-Rundfunkkommission, die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD), will mit den übrigen Regierungschefs über eine Beitragssenkung ab 2017 beraten. Sie verwies jedoch auf die drohenden Steigerungen in fünf Jahren. „Wir möchten möglichst lange Beitragsstabilität sicherstellen“, sagte Dreyer, als die KEF ihr den Bericht überreichte. Ihr sei die Akzeptanz des öffentlich-rechtlichen Rundfunks durch die Bürger wichtig. Über die Senkung könnten die Länder noch dieses Jahr entscheiden.

Die Experten der KEF kürzten einen Teil der 38,5 Milliarden Euro Finanzmittel, die ARD, ZDF und Deutschlandradio für die Zeitspanne von 2017 bis 2020 angemeldet hatten. Die Anstalten hatten rund zehn Prozent mehr angemeldet als für den Zeitraum von 2013 bis 2016. Der Mehrbedarf ist laut Kommission zum Großteil durch höhere Erträge gedeckt − aber es bleibt eine Lücke von knapp 436 Millionen Euro.

Die KEF kürzte von gewünschten 38,5 Milliarden Euro fast 966 Millionen Euro. Unter dem Strich ergibt sich für die nächste Beitragsperiode ein Überschuss von rund 542 Millionen Euro − 378 Millionen bei der ARD, rund 180 Millionen beim ZDF und ein Minus von 16 Millionen beim Deutschlandradio. Die ARD sieht eine verlässliche finanzielle Basis für die nächsten Jahre. Auf dieser Grundlage könne die ARD die digitale Transformation fortsetzen und der Gesellschaft Qualitätsjournalismus liefern, teilte die Vorsitzende des Senderverbunds, Karola Wille, in Leipzig mit. Sie schlug vor, statt einer Beitragssenkung eine Rücklage zu bilden.

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