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Pinneberg : Ab sofort bleibt die Schulküche kalt

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Elternverein stoppt die Mittagsversorgung an der Johannes-Brahms-Schule in Pinneberg. Bürgermeisterin Steinberg gibt Geld für Cafeteria-Umbau frei.

shz.de von
erstellt am 04.Feb.2015 | 10:33 Uhr

Ab sofort bleibt die Küche in der Pinneberger Johannes-Brahms-Schule (JBS) vorrübergehend mittags kalt. Die durchschnittlich 200 Schüler, die bisher täglich vom Elternverein „Kommunikationszentrum an der JBS“ mit einem Mittagstisch versorgt wurden, standen Dienstag vor leeren Tellern. Denn der Elternverein hat jetzt seine ehrenamtliche Arbeit niedergelegt.

Unter provisorischen Umständen hatte der Verein in den vergangenen 1,5 Jahren die Essensversorgung in der Mittagspause übernommen. Das sollte so laufen bis zum Bau einer neuen Cafeteria. Doch diese Cafeteria ließ auf sich warten. Wiederholte Bauverzögerungen und das aktuelle Finanzloch im Pinneberger Haushalt, das am 22. Dezember zu einem Investitionsstopp geführt hatte, weckten bei den Vereinsmitgliedern zunehmend Unmut. Ebenso kritisierte der Elternverein die mangelnde Kommunikation seitens der Stadt.

Jetzt steht der Herd still. „Es soll ein Signal sein. Wir fühlen uns einfach hingehalten“, sagte Christoph Forsthoff, Vorsitzender des Elternvereins, gestern während eines Pressegesprächs vor Ort, zu dem auch der NDR präsent war.

Der Stopp der Mittagsversorgung sei „sicherlich überraschend“ gewesen, so Forsthoff. „Aber es war ja auch nicht angekündigt, dass es Bauverzögerungen geben wird.“ Um Unterstützung für den Elternverein zu signalisieren, verließen die 160 Schüler des 13. Jahrgangs aus Protest gestern nach der Mittagspause die Schule.

Noch vergangene Woche hatte Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos) versprochen: „Wir werden die Mittagsverpflegung an der JBS auch ab der kommenden Woche sicherstellen.“ Für sie sei es nicht abzusehen gewesen, dass so eine Versorgungspause eintreten würde, sagte sie gestern. Die Information des Elternvereins über den Stopp des Mittagstischs sei sehr kurzfristig gekommen. Vereinbart gewesen sei eine Fortsetzung der Zusammenarbeit bis zum Beginn des Umbaus.

Dafür gab sie nun das Startsignal. Die im Haushalt 2014 eingeplanten Gelder von insgesamt 120  000 Euro für den Umbau seien nun freigegeben – der Auszahlungsstopp der Stadt aufgehoben. Zirka 300  000 Euro wird das Cafeteria-Projekt insgesamt kosten, wofür weitere Mittel im Haushalt 2015 vorgesehen sind. „Wir werden alles unmittelbar in die Wege leiten“, sagte sie auf die Frage nach dem Beginn der Bauarbeiten.

Zudem kündigte Steinberg zum Thema JBS-Mittagsversorgung an: „Wir sorgen kurzfristig für eine Ersatzlösung.“ Ursprünglich sei geplant gewesen, dass der Elternverein noch bis zum Umbau einspringe. „Ich hoffe, dass sie weitermachen. Wir sind im Gespräch.“

Forsthoff hingegen sagte, er habe von der Freigabe der Cafeteria-Gelder erst aus der Zeitung erfahren. „Davon, dass es weitergeht, haben wir bisher nicht offiziell gehört.“ Im Laufe der Woche werde man sich zu einer Vorstandssitzung treffen und beraten. „Uns geht es ja darum, dass die Kinder versorgt werden.“ Er verdeutlichte aber auch: „Wir holen für die Stadt die Kohlen aus dem Feuer.“ Die Stadt habe als Schulträger die Verpflichtung, für ein warmes Mittagessen an einer Ganztagsschule zu sorgen. „Denen ist lange nicht bewusst gewesen, dass sie den Status einer offenen Ganztagsschule gefährden.“

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