Interaktive Karte : A7-Erweiterung: Die Mega-Staus kommen erst noch

In den nächsten Jahren müssen Autofahrer auf der A7 mit massiven Behinderungen rechnen.
In den nächsten Jahren müssen Autofahrer auf der A7 mit massiven Behinderungen rechnen.

Im Juni und Juli wird die A7 dreimal gesperrt. Eng wird es in den Bereichen Schnelsen und Neumünster. Quickborner Brücke wird saniert.

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15. Mai 2015, 15:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Es ist das größte Infrastrukturprojekt im Norden: die Erweiterung der Autobahn 7 von vier auf sechs Spuren in Schleswig-Holstein sowie von sechs auf acht Fahrstreifen in Hamburg. Und es ist das Projekt, das wie kein anderes die Anwohner, Logistiker und Durchreisenden in den kommenden dreieinhalb Jahren immer wieder vor Geduldsproben stellen wird, allen voran die Hamburger sowie die Menschen aus den Kreisen Pinneberg und Segeberg. Insbesondere die Quickborner, Hasloher und Bönningstedter werden noch starke Nerven beweisen müssen. Denn „die „schwierigen Abschnitte“ kommen erst noch, wie Ingenieur Peter Schreiber am Dienstagabend dem Verkehrsausschuss des Pinneberger Kreistags berichtete. Gemeint sind damit die Teilbereiche 6 und 5B, in denen sich etwa die Anschlussstelle Quickborn und die Raststätte Holmmoor befinden sowie die Umbauten der beiden A-7-Querungen Garstedter Weg in Hasloh und Norderstedter Straße in Bönningstedt. „Das ist eine gewaltige Aufgabe, die uns bevorsteht“, sagte Schreiber.

Doch diese drei Herausforderungen liegen für die Arbeitsgemeinschaft A7 Hamburg-Bordesholm noch in weiter Ferne. Vielmehr muss sie sich erst einmal anderen Mammutprojekten innerhalb der Autobahn-Erweiterung widmen: den sechs Brückenabrissen. Die ersten drei Bauwerke bei Bönningstedt, Ellerau (Kreis Segeberg) und Kaltenkirchen (Kreis Segeberg) sind bereits weg, weitere drei sollen in den kommenden Monaten weichen. Dafür wird die Autobahn dreimal in beide Fahrtrichtungen gesperrt, zweimal vermutlich mit der Folge eines Verkehrsinfarkts im Hamburger Norden.

Von Freitag, 19. Juni, etwa 22 Uhr, bis Montag, 22. Juni, zirka 5 Uhr, wird die A7 auf Höhe der Frohmestraße dicht gemacht, von Freitag, 3. Juli, etwa 22 Uhr, bis Montag, 6. Juli, zirka 5 Uhr auf Höhe der Heidlohstraße. In der Zeit will die Arbeitsgemeinschaft die beiden Brücken südlich der Anschlussstelle Schnelsen entfernen und Behelfsbauwerke errichten. „Das wird sportlich“, sagte Schreiber gegenüber der Politik. Der Ingenieur hoffe, nach den jeweils 55 Stunden die Autobahn wieder freigeben zu können. Denn, so fügte Schreiber an, der auch schon für den Autobahn-Ausbau zwischen Hamburg und Bremen verantwortlich war: „Es ist nicht einfach, in der Stadt eine Behelfsbrücke zu errichten.“ Bis der Verkehr über die beiden neuen Bauwerke fließen könne, würden wohl insgesamt etwa 100 Stunden vergehen. Sprich: Jeweils ab dem darauf folgenden Mittwochmorgen könnten Fahrzeuge wieder über die Autobahn herüberrollen.

Pikant: Der Verein „Mobil ohne Auto“ plant für Sonntag, 21. Juni, seine Fahrradsternfahrt. Zu dieser werden auch zahlreiche Radler aus dem Kreis Pinneberg erwartet. Ingenieur Schreiber sagte dazu in Richtung der Politiker: „Sie finden kein Wochenende im Sommer, an dem es passt.“

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Zwei Wochen zuvor, am Sonnabend und Sonntag, 13.  und 14. Juni, wird die Arbeitsgemeinschaft mit Sitz in Quickborn die Brücke Prehnsfelder Weg abreißen. Dafür wird die Autobahn zwischen Neumünster-Mitte und Neumünster-Nord gesperrt. Da aufgrund von Arbeiten am Fernwärmenetz der Hansaring, die Bundesstraße 430, gleichzeitig nicht befahrbar ist, wolle die Arbeitsgemeinschaft genauso wie in Hamburg weiträumige Umleitungen ausschildern.

Schreiber und Verkehrskoordinator Gerhard Fuchs, der den Mitgliedern des Ausschusses ebenfalls Rede und Antwort stand, zeigten sich sowohl mit dem Baufortschritt als auch mit den Behinderungen zufrieden. Laut Schreiber sind „die Verkehrsführungen sehr flüssig“ und die Arbeiten im Zeitplan. Das liege unter anderem auch daran, dass das Verkehrsleitsystem „gut“ funktioniere, so Fuchs. Alle zwei bis drei Kilometer befinden sich entlang der A7 Messstationen, die den Verkehr überwachen. Falle das Durchschnittstempo der Pkw und Lkw auf weniger als 60 Stundenkilometer, zeigen Warntafeln Staugefahr an. Rollt der Verkehr langsamer als 35 Stundenkilometer, ist auf den Tafeln das Wort „Stau“ zu lesen. Und für die eine „dumme Sache“, die Verzögerung bei der Instandsetzung der Brücke im Verlauf der Ulzburger Landstraße in Quickborn, könne die Arbeitsgemeinschaft nichts, so Schreiber. „Wir wurden mit der Geschichte überfallen“, sagte er. Auf einmal sei bekannt geworden, dass das Bauwerk, das vor etwa drei Jahrzehnten als Wirtschaftsweg entstanden war, nicht mehr verkehrssicher ist. Es sei überhaupt nicht geplant gewesen, in diesem Jahr an der Querung zu buddeln. Vielmehr habe sich die Arbeitsgemeinschaft erst 2017 der Brücke annehmen wollen. Doch nun sei es notwendig gewesen, an den Fahrbahnrändern zu flicken, damit das Bauwerk bis zur kompletten Sanierung weiter genutzt werden kann. „Ich komme in zwei Jahren wieder“, kündigte Schreiber in dem Zuge an.

Die Auftraggeber, die Bundesrepublik, die Stadt Hamburg, das Land Schleswig-Holstein sowie die Deges, investieren für den Ausbau des Streckenabschnitts von Bordesholm bis zum Elbtunnel 1,6 Milliarden Euro. Nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft soll die Erweiterung der Hauptverkehrsader im nördlichsten Bundesland auf einer Länge von 65 Kilometern 2018 abgeschlossen werden. Der Bau der Deckel auf Hamburger Gebiet werde dann allerdings noch nicht realisiert sein. Bis die geplanten Bauwerke realisiert sind, könnten noch weitere Jahre ins Land gehen.

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