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Kreis Pinneberg/Hamburg : A7-App gegen das Stauchaos

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Software warnt vor Baustellen und infomiert über Verkehrsfluss. Land erhofft sich Umsteiger auf die Bahn.

shz.de von
erstellt am 08.Sep.2014 | 13:36 Uhr

Kreis Pinneberg/Hamburg | Speditionen und Pendler graust vor dem Datum. In spätestens vier Wochen beginnt der sechsspurige Ausbau der A7 zwischen dem Bordesholmer Dreieck und Hamburg. Baustellen und Staus sind in den kommenden Jahren programmiert. Das Smartphone soll nun für Entlastung sorgen. Torsten Conradt, Direktor des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr (LBV), stellte gestern in Neumünster die kostenlose A7-App vor. Sie soll zum Start der Bauarbeiten abrufbar sein.

Die Software teilt dem Nutzer den Ort und die Länge von Tages- und Dauerbaustellen entlang der 65 Kilometer langen Ausbau-Route sowie die stundengenaue Dauer mit. Außerdem gibt sie aktuelle Informationen über Staus und Behinderungen, etwa: „Es steht in Fahrtrichtung Norden nur ein Fahrstreifen zur Verfügung.“ Gefüttert wird das System mit Daten der LBV-Betriebsdienstzentrale in Neumünster.

Das Konzept ist nicht neu. Bereits heute kann sich jeder im Internet unter www.strassen-sh.de über die aktuelle Verkehrslage informieren. Den Vorteil der gemeinsam mit Hamburg erarbeiteten App sieht Conradt aber an anderer Stelle: „Wenn ich die Ortung zulasse, warnt mich das Handy rechtzeitig während meiner Fahrt vor den aktuellen Behinderungen, so dass ich sie umfahren kann.“ Konkrete Ausweichstrecken oder Empfehlungen für eine Umleitung gibt die App allerdings nicht.

Dafür soll sie in einem zweiten Schritt die Fahrtdauer bis zu bestimmten Zielen, etwa dem Hamburger Flughafen, anzeigen. Derart optimiert werden soll auch die sogenannte Netzbeeinflussungsanlage A7 vor der Anschlussstelle Neumünster Süd. Sie ist seit Juni 2006 in Betrieb und warnt vor Staus und Behinderungen auf der Strecke nach Süden.

Autofahrer können bei Bedarf ab Neumünster-Süd über die B205, die A21 und die A1 Hamburg umfahren. Durch die App erhofft sich das Land mehr Umsteiger auf die Bahn. „Die A7 ist erheblich überlastet. Wenn der Verkehr nur um zehn Prozent zurückgehen würde, könnte der Zeitverlust durch Stau um 72 Prozent reduziert werden“, rechnet Conradt vor. Wer im Handy künftig die neuen Baustellen sehe, steige eher auf die Bahn um, so das Kalkül. „Die App ist also Motivation, von der Straße auf die Schiene zu wechseln.“

Die A7-App ist ab Beginn der Bauarbeiten im Apple App-Store oder bei Google Play verfügbar.
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