Verkehrsfluss-Regelung bei Pinneberg : A23-Ampeln machen den Verkehr schneller

Pinneberger Besonderheit: Bei starkem Verkehr dürfen die Fahrzeuge nur einzeln auf die Autobahn auffahren.

Pinneberger Besonderheit: Bei starkem Verkehr dürfen die Fahrzeuge nur einzeln auf die Autobahn auffahren.

Die Ampeln sorgen dafür, dass Autos zu Stoßzeiten nur einzeln auf die Autobahn auffahren dürfen – und das funktioniert.

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06. August 2018, 07:12 Uhr

Pinneberg | Die Premiere ist gelungen. So kurz fällt das  Fazit zur ersten Zuflussregelungsanlage an einer Autobahn in Schleswig-Holstein aus. Auf Anfrage des sh:z betonte Thorsten Conradt, Leiter des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr (LBV) Schleswig-Holstein, dass sowohl seine Institution als auch die Polizei und die Verkehrsaufsicht des Kreises Pinneberg mit der im November 2017 auf der A23 in Betrieb gegangenen Anlage sehr zufrieden sind.

„Proben haben gezeigt, dass sich die Durchschnittsgeschwindigkeit signifikant erhöht, sobald die Anlage aktiv wird. Die Fahrzeuge fahren dann 29 Stundenkilometer schneller. Das steigert die Leistungsfähigkeit des betroffenen Straßenquerschnitts“, sagte Conradt. Die Erwartungen hätten sich erfüllt. „Es hat sich gezeigt, dass ein einzelnes Fahrzeug besser einfädelt als wenn ganz viele Autos auf dem Beschleunigungsfahrstreifen sind“, berichtete Conradt.

Die Zuflussanlage steuert über Ampeln an den Auffahrten Pinneberg-Mitte, Halstenbek-Rellingen und Halstenbek-Krupunder, wann ein Fahrzeug auf die Autobahn fahren darf. Hat das erste Fahrzeug die Ampel passiert, schaltet sie auf Rot. Dann muss der nächste Fahrer zwei bis maximal fünf Sekunden warten, bevor er freie Fahrt erhält. Die Ampeln gehen automatisch in Betrieb, wenn mehrere Autos auf den Zubringer einbiegen und auf der Autobahn viel Verkehr ist. Das System erkennt dies über Induktionsschleifen in der Fahrbahn. Stoßzeit ist laut LBV morgens ab 5.30 Uhr, aber auch zur Mittagszeit springe die Anlage regelmäßig an.

Einsatz der Ampeln andernorts in Schleswig-Holstein fraglich

312.000 Euro hat das System gekostet. Ob die Technik an weiteren Stellen im Land zum Einsatz kommt, ist eher fraglich. „Mit täglich etwa 89.000 Fahrzeugen ist der Streckenabschnitt der A23 an der Landesgrenze zu Hamburg sehr belastet“, begründet Conradt die Entscheidung pro Pinneberg. Ähnliche Verkehrsaufkommen gebe es auf Autobahnen in Schleswig-Holstein lediglich auf der A1 und der A7 im Hamburg-Bereich. Beide seien dort aber bereits sechsspurig ausgebaut. Einzig denkbar wäre noch ein A1-Abschnitt in Lübeck. Dafür gebe es bislang aber keine konkreten Pläne.

Die Autobahn-Ampeln bleiben im Norden also vorerst eine Pinneberger Besonderheit. Wie lange sie allerdings bleiben, ist ungewiss. Denn die Technik kommt nur übergangsweise bis zum sechsspurigen Ausbau der A23 zum Einsatz. Wie lange dieser jedoch auf sich warten lässt, mag der LBV-Leiter nicht schätzen.

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