Kriminalstatistik 2020 : Deutlich weniger Straftaten im Kreis Pinneberg: Was Corona damit zu tun hat

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Vergangenes Jahr wurde durch die im Kreis begangenen Straftaten ein Gesamtschaden von 18,1 Millionen Euro verursacht.
Vergangenes Jahr wurde durch die im Kreis begangenen Straftaten ein Gesamtschaden von 18,1 Millionen Euro verursacht.

Diebstahlsdelikte dominieren auch 2020 die registrierten Straftaten. Bei den Häufigkeitszahlen liegt Elmshorn vorn.

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19. März 2021, 15:38 Uhr

Kreis Pinneberg | Das Jahr 2020 ist durch die Einflüsse der Covid-19-Pandemie auch aus kriminalistischer Sicht ein besonderes Jahr. So hat die Pandemie mit den daraus resultierenden Lockdown-Beschlüssen sowie Reise- und Kontaktverboten Einfluss auf das Verhalten der Menschen und damit direkte Auswirkungen auf die Kriminalität – zum Beispiel durch veränderte Tatgelegenheiten, aber auch Einschränkungen in der Bewegungs- und Reisefreiheit der Täter.

Straftaten im Kreis gehen zurück

Wie die Polizeidirektion Bad Segeberg – zuständig für die Kreise Pinneberg und Segeberg sowie die Gemeinde Tangstedt im Kreis Stormarn – am Freitag (19. März) mitteilte –, ist die Anzahl der registrierten Straftaten im Kreis Pinneberg im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen und liegt im 10-Jahres-Vergleich erstmalig unter 17.500 Straftaten. Im Jahr 2020 wurden im Kreis Pinneberg 17.338 Straftaten registriert. Dies entspricht einem Rückgang um 1.214 Fälle (6,5 Prozent) gegenüber 2019 (18.552 Straftaten).

Im Verhältnis zur Bevölkerung des Kreises werden 5.485 Straftaten pro 100.000 Einwohner begangen – die sogenannte Häufigkeitszahl. Die Häufigkeitszahl des Kreises liegt im Jahr 2020 bei 5.485 und ist somit gegenüber dem Vorjahr um 416 deutlich gesunken. Sie liegt damit anders als im Vorjahr unter dem Landeswert von 5.990. Die Aufklärungsquote der Straftaten liegt indes bei 51,5 Prozent.

Ein Vergleich der Städte und Gemeinden mit mehr als 10.000 Einwohnern im Kreis zeigt, dass die Stadt Elmshorn mit einer Häufigkeitszahl von 8.401 den höchsten Wert, die Gemeinde Rellingen mit einer Häufigkeitszahl von 3.987 den niedrigsten Wert aufweist.

Zahlreiche Diebstahlsdelikte

Diebstahlsdelikte dominieren auch im Jahr 2020 die im Kreis registrierten Straftaten. 35,1 Prozent der erfassten Fälle sind der Diebstahlskriminalität zuzurechnen. Dies entspricht annähernd dem Vorjahreswert von 38,2 Prozent. Dabei ist die Anzahl der registrierten Diebstahlstaten leicht gesunken.

Gegenüber einem Wert von 7.093 Fällen im Vorjahr wurden im Jahr 2020 6.094 Fälle erfasst. Die Aufklärungsquote liegt mit 22,9 Prozent leicht unter dem Vorjahreswert von 24,2 Prozent. Die Zahl der registrierten Wohnungseinbruchdiebstähle ist um 17 Prozent gesunken (2020: 412 Fälle, 2019: 497).

Schaden in Höhe von 18,1 Millionen Euro

Vergangenes Jahr wurde durch die im Kreis begangenen Straftaten ein Gesamtschaden von 18,1 Millionen Euro verursacht. Das stellt einen erheblichen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr dar (2019: 26,2 Millionen Euro). Betrachtet man den Verlauf über die Jahre zeigt sich allerdings, dass dieser Wert großen Schwankungen unterliegt. So wurde 2018 ein Gesamtschaden von 34,5 Millionen Euro verursacht, 2017 waren es 20,1 Millionen Euro.

Als Hauptursache für diese Schwankungen ist der durch Wirtschaftskriminalität begangene Schaden zu nennen. Dieser liegt im Jahr 2020 bei 4,1 Millionen Euro (2019: 14,0 Millionen Euro, 2018: 20,5 Millionen Euro). Klammert man die Wirtschaftskriminalität aus, ergibt sich ein über die Jahre hinweg konstanter Schadenswert, der sich zwischen 12,8 und 14,7 Millionen Euro Schaden bewegt. Der durch Diebstahlsdelikte entstandene Gesamtschaden beträgt 2020 7,0 Millionen Euro und sinkt somit erneut – gegenüber dem Vorjahr um 1,6 Millionen Euro.

Wenige Straftaten gegen das Leben

Der Anteil von Straftaten gegen das Leben an der Gesamtkriminalität ist weiter gering. Im Jahr 2020 wurde im Kreis in zehn Fällen wegen Straftaten gegen das Leben ermittelt. Dabei handelt es sich um sechs Fälle die dem Deliktsfeld Mord zuzurechnen sind sowie vier Fällen des Totschlags. In diesem Zusammenhang sind zwei vollendete Tötungsdelikte in Quickborn und Pinneberg sowie zwei versuchte Tötungsdelikte in Elmshorn und Quickborn registriert worden.

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