Bauboom : 841 neue Wohnungen im Kreis Pinneberg

841 neue Wohnungen sind bereits im ersten Halbjahr dieses Jahres genehmigt worden.

841 neue Wohnungen sind bereits im ersten Halbjahr dieses Jahres genehmigt worden.

23 Prozent mehr Wohnungen mehr als im Vorjahreszeitraum genehmigt. Investitionen von kreisweit 112 Millionen Euro geplant.

shz.de von
29. August 2018, 10:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Der Bauboom im Kreis Pinneberg ist ungebrochen: 841 neue Wohnungen sind bereits im ersten Halbjahr dieses Jahres genehmigt worden. Das hat die Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt unter Berufung auf Zahlen des Statistischen Bundesamts mitgeteilt. In Jubel bricht die Gewerkschaft dennoch nicht aus. Vielmehr kritisiert sie Personalmangel in den Bauämtern. Gäbe es diesen nicht, könne noch mehr gebaut werden, was positive Auswirkungen auf die Mieten hätte.  

Die 841 genehmigten Wohnungen entsprechen einer Steigerung von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Investitionen von kreisweit 112 Millionen Euro planen laut Gewerkschaft die Bauherren, um die erteilten Genehmigungen in neue Wohnungen umzusetzen. Die IG Bau Holstein sieht jedoch Luft nach oben. „Viele Sozialwohnungen sind aus der Preisbindung gefallen – und jetzt mit deutlich höherer Miete auf dem Markt. Gegen den Schwund bei Sozialmietwohnungen und gegen den Mangel an bezahlbaren Wohnungen hilft nur eins: bauen, bauen, bauen“, sagt Bezirksvorsitzender Ralf Olschewski.

Personalmangel in Bauämtern

Der Personalmangel in den Bauämtern nehme inzwischen kritische Züge an. Nach Angaben der Gewerkschaft sank die Zahl der Beschäftigten in den kommunalen Baubehörden in Schleswig-Holstein zwischen 1995 und 2010 um 40 Prozent – zwischen 2011 und 2016 um weitere 19 Prozent. Das gehe  aus einer   Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervor.  Danach kamen auf 1000 Einwohner in Schleswig-Holstein zuletzt lediglich 0,5 Vollzeit-Beschäftigte in den Bauverwaltungen.

„Der jahrelange Personalabbau in den Ämtern rächt sich in Zeiten einer anziehenden Baukonjunktur besonders“, kritisiert  Olschewski. Engpässe bei der Planung und Genehmigung führten dazu, dass wichtige Bauprojekte verschleppt würden. Das betreffe auch die kommunale Infrastruktur – wie den Bau von Schulen, Straßen und Krankenhäusern.

Die IG Bau fordert die Kommunen auf, zusätzliches Personal einzustellen. Das seien Investitionen  gegen die Explosion der Mietpreise.

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