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Halstenbek : 807.400 Euro für Ausbau der Kita

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Halstenbeks Politiker beraten über das Investitionspaket. Es gibt mehrere Varianten. Verhandlungen zwischen Kirche und Kommune.

Halstenbek | „Erweiterung und Instandsetzung der Kindertagesstätte Erlöserkirche“ – während der heutigen Sitzung des Halstenbeker Finanzausschusses ab 19 Uhr in der Mensa der Schule an der Bek packen die Politiker aller Fraktionen ein dickes Investitionspaket an: Je nach Variante sollen 449.000 beziehungsweise 734.000 Euro in die Instandsetzung des Baus gesteckt werden.

Zum Verständnis: 2013 ist die Gemeindebücherei aus dem Gebäude an der Gustavstraße in die Räumlichkeiten der Grundschule Nord umgezogen. Parallel dazu wurden in den Räumen der ehemaligen Bücherei-Ort zwei Krippengruppen als Erweiterung der Kindertagesstätte Erlöserkirche eingerichtet.

Die Kindertagesstätte Erlöserkirche befindet sich in der Gustavstraße 10. Das Gebäude ist 1971 errichtet worden, der Bereich Kita wurde 1985 durch einen Anbau ergänzt. Alle wesentlichen Bauteile entsprechen dem Baujahr.

Das Gebäude ist derzeit in drei Nutzungseinheiten geteilt: Räume der ehemaligen Gemeindebücherei, drei vermietete Ein-Zimmer-Wohnungen und Räume der Kita Erlöserkirche. Die Gemeinde Halstenbek ist Eigentümerin von ein Drittel des Grundstückes sowie des Gebäudeanteils der ehemaligen Bücherei. Die Kirchengemeinde Halstenbek ist Eigentümerin des restlichen Grundstückes sowie der drei Wohnungen im Obergeschoss und dem Gebäudeanteil der Kindertagesstätte.

Fakt ist: Im Bereich des Gebäudeanteils der Kita besteht ein erheblicher Sanierungsbedarf. Aufgrund dessen hat laut Verwaltungsvorlage „die Kirchengemeinde ein Architektenbüro beauftragt, eine Machbarkeitsstudie für die Erweiterung sowie die gleichzeitige Sanierung des Gebäudeanteils zu erstellen.“

Derweil wurden Mitgliedern des Ausschusses für Schule, Kultur und Sport in der Sitzung drei verschiedene Varianten vorgestellt: Variante A konzentriert sich auf Sanierung und Erweiterung, Variante B auf Erweiterung, Sanierung und Aufstockung des Altbestands sowie Variante C auf Erweiterung, Teilabriss und Neubau des Kitagebäudes. In den darauffolgenden Gesprächen kristallisierte sich die Variante A als die favorisierte Variante heraus.

Büro, Mitarbeiter-WC und Lagerräume

In der Variante A werden die Räume der Bücherei für eine Kitanutzung umgebaut. In dieser wird eine Krippengruppe untergebracht. Das weitere zusätzliche Raumangebot wird für die Funktionen Büro, Mitarbeiter-WC und Lagerräume umgebaut. Dadurch entspannt sich der derzeitige Platzmangel in der bestehenden Kindertagesstätte. Weiterhin sollen die bereits bestehenden Räume instandgesetzt und an die heutigen Standards angepasst sowie ein Durchbruch zwischen den beiden Gebäudeteilen geschaffen werden.

Die Gutachter legten auch die Ausgaben vor: 246  500 Euro brutto wären für die Instandsetzung der Bausubstanz fällig. 72  500 Euro müssten für die Instandsetzung/Innenausbau veranschlagt werden. Brandschutzmaßnahmen verschlingen 40  000 Euro brutto. Der barrierefreie Zugang würde 25.000 Euro brutto kosten. Zu guter Letzt müsste für die temporäre Unterbringung der Kinder während der Bauzeit 65.000 Euro brutto aufgebracht werden.

Mit anderen Worten: Die Instandsetzung ohne Erweiterung kostet 449.000 Euro brutto, der Ausbau der Bücherei zur Kita 285  000 Euro brutto, insgesamt 734.000 Euro. Die Politiker dürften in ihrer Abwägung ebenfalls berücksichtigen, dass mit einer Kostensteigerung in Höhe von mindestens zehn Prozent für die vergangenen drei Jahre seit Erstellung der Kostenschätzung zu rechnen ist. Heißt: Das Projekt verschlingt insgesamt 807.400 Euro.

Auch über die unterschiedlichen Besitzverhältnisse müssten sich Gemeinde und Kirchengemeinde einigen: Die Kirchengemeinde verkauft laut Sitzungsvorlage ihren Gebäudeanteil von zwei Dritteln des Gesamtgebäudes an die Kommune zu einem symbolischen Preis von einem Euro. Die Kommune stellt das Gebäude dem Träger für die Nutzung als Kita zur Verfügung und ist verwaltungsmäßig und finanziell zuständig für die Instandhaltung, Unterhaltung und Bewirtschaftung von Gebäude und Grundstück. Mit der Kirchengemeinde muss anschließend ein Mietvertrag über die Nutzung der Kindertagesstätte geschlossen werden.

Erbbaurechtsvertrag über 99 Jahre

Die Eigentumsverhältnisse des Grundstücks bleiben laut Plan wie bisher bestehen. Die Kirchengemeinde schließt mit Halstenbek für die Nutzung des im Eigentum der Kirche befindlichen Grundstücksanteils einen Erbbaurechtsvertrag über eine längere Laufzeit (75 oder 99 Jahre) zu einer symbolischen Pacht. Zu guter Letzt sorgt die Gemeinde – als Basis ausgehend von der „Variante A“ der von dem Architektenbüro vorgelegten Machbarkeitsstudie (vier Gruppen, 60 Elementarplätze, zehn Krippenplätze) – für die Instandsetzung und Erweiterung der Kita.

  • Als Empfehlung für die Mitglieder der am Montag, 27. Juni, tagenden Gemeinderats könnten folgende Punkte somit heute Abend auf den Weg gebracht werden: Halstenbek erwirbt den Gebäudeanteil der Kirchengemeinde von Zweidrittel des Gesamtgebäudes zum symbolischen Preis von einem Euro.
  • Die Kommune stellt das Gebäude dem Träger für die Nutzung als Kita zur Verfügung und ist verwaltungsmäßig und finanziell zuständig für Instandhaltung, Unterhaltung und Bewirtschaftung von Gebäude und Grundstück.
  • Die Eigentumsverhältnisse des Grundstückes bleiben wie bisher bestehen. Die Gemeinde sorgt für die Instandsetzung und Erweiterung der Kindertagesstätte.
  • Die Gemeinde erwirbt die drei Ein-Zimmer-Wohnungen von der Kirchengemeinde zum aktuellen Marktwert.
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erstellt am 13.Jun.2016 | 14:00 Uhr

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