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Pinneberger Tageblatt

17. November 2017 | 20:45 Uhr

75 Jahre Stadtfriedhof Hogenkamp

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

geburtstagErster Verwalter ließt sich bei der Gestaltung vom Ohlsdorfer Friedhof inspirieren / Musik und Führungen

„Down by the river side“ – mit zahlreichen Songs hat die Alabama Hot Six Jazz-Band die Gäste bei den Jubiläumsfeierlichkeiten am Stadtfriedhof Hogenkamp unterhalten. Bestatter, Floristen, Naturverbände und Imker präsentierten sich im Zuge eines Festes: 75 Jahre sind seit der Eröffnung des Friedhofs vergangen. Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos) ließ während des Festes die Historie Revue passieren. Sie erinnerte auch an den russischen Kriegsgefangenen Nikifor Gilunow. Der Soldat wurde hier am 9.    August 1942 als erster Verstorbener im Ehrengrab beigesetzt. Auch wenn die Verwaltung den Friedhof bereits im Jahr 1939 genehmigte, erfolgte die Inbetriebnahme von Beginn dieser ersten Beisetzung an.

Die Bürgermeisterin erinnerte daran, dass sich der erste Verwalter des Pinneberger Friedhofs bei seiner damaligen Gestaltung vom Ohlsdorfer Friedhof inspirieren ließ. „Es gelang ihm, seine Vorstellungen vom Baumbestand und einer großzügigen Parkanlage umzusetzen“, erläuterte der technische Friedhofsleiter Guido Roschlaub. Roschlaubs Wunsch, in der Mitte des Friedhofs ein Gewässer anzulegen, blieb ihm jedoch verwehrt. Die politischen Gremien verweigerten ihre Zustimmung. Drei Biotop-Teiche gehören heute dennoch zur Begräbnisstätte. Sie befinden sich allerdings nicht im Zentrum, sondern in den Außenbereichen der Anlage. „Die Pinneberger haben mit dem Friedhof am Hogenkamp einen ruhigen Ort in der Natur, um ihre Trauer zu bewältigen“, erläuterte Ellen Lengwenat vom Kommunalen Service (KSP) der Stadt Pinneberg.

Die Konzerte in der Friedhofskapelle sind inzwischen sehr gut besucht. Das Pinneberger Tageblatt und Infokästen an den Friedhofseingängen informieren über die jeweiligen Veranstaltungen. Was die Bestattungskultur betrifft, hat der Urnenanteil stark zugenommen und liegt bei 80 Prozent. „Den Menschen ist heute wichtig, dass die Grabpflege gewährleistet ist“, sagte Guido Roschlaub. Menschen legten in der Regel vor ihrem Tod die genaue Art der Bestattung fest.

„Das ist so auch genau richtig, denn zumeist werden die Menschen im konkreten Fall von ihrer Trauer überwältigt und haben keinen Sinn für Bürokratie“, weiß die Chefin der Friedhofsverwaltung Lengwenat. Die beliebteste Bestattungsform ist auf dem Pinneberger Friedhof das Urnenpaargrab. Jeweils ein Kunstobjekt wie beispielsweise ein Mäusebussard- oder Taubenpaar verziert die mit Blumen geschmückten Gräber. Auf dem Stadtfriedhof Hogenkamp wurden knapp 18  500 Menschen beigesetzt, jährlich sind es etwa 300 Personen. Mit einem klassischen Konzert in der Friedhofskapelle endete das Jubiläumsfest.

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