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Grossübung : 71 Rettungskräfte gemeinsam im Probeeinsatz

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Feuerwehr und Rotes Kreuz aus dem Kreis Pinneberg trainieren gemeinsam für den Ernstfall.

von
erstellt am 15.Mai.2017 | 10:00 Uhr

Kreis Pinneberg | „Hilfe“, ruft die junge Frau, die im ersten Stock des verrauchten Gebäudes steht. Im Keller des Mehrfamilienhauses brennt es. Doch die Einsatzkräfte drehen sich um und laufen zurück zum Fahrzeug. Glücklicherweise handelt es sich nur um eine Übung – und die flüchtenden Feuerwehrleute waren dabei falsch alarmiert worden. Sie eilten vom Kellerbrand nun zu ihrem eigentlichen Einsatz bei der Großübung auf dem Gelände der Landesfeuerwehrschule in Harrislee.

Drei Szenarien hatten sich Lena Stuckmeyer, Björn Pöhler und Florian Judzinsky für die Feuerwehren Bönningstedt, Pinneberg, Rellingen und Tangstedt sowie die Kreisbereitschaft des Deutschen Roten Kreuz (DRK) ausgedacht. Mit 14 Feuerwehrfahrzeugen waren die insgesamt 71 Einsatzkräfte am Sonnabendmorgen an die dänische Grenze gefahren, um den Ernstfall zu proben.

Beobachter decken Probleme auf

Unter den Augen von Beobachtern arbeiten die Einsatzkräfte in gemischten Teams die Szenarien ab. Der Fehler bei der Kellerbrand-Alarmierung bleibt nicht ohne Folgen. Denn an die Statisten im Gebäude denkt niemand mehr. Dafür gibt es von Pöhler in der Nachbesprechung Kritik: „In dem Tohuwabohu habt ihr sie allein gelassen.“ Auch im realen Einsatz könne es passieren, dass ein Fahrzeug kurzfristig anderswo gebraucht werde. Um aus solchen Fehlern zu lernen, sind die Feuerwehrleute vor Ort.

Wenige Meter weiter beim zweiten Teil der Übung sitzt ein Statist des Jugendrotkreuzes in einem Auto, das auf der Seite liegt. Die Feuerwehrleute probieren so schnell es geht, zu ihm zu gelangen. Hinter einem Container schreit eine Babypuppe. Der Gruppenführer entdeckt diese und übergibt das Baby dem DRK, das es versorgt. Währenddessen mühen sich die Feuerwehrleute mit dem Kofferraumschloss ab, um von dort zu der eingeklemmten Person zu gelangen. Nach der Übung wird Beobachter Dirk Ebelinger dazu sagen: „Habt ihr eigentlich mal daran gedacht zu probieren, ob ihr an den Zündschlüssel kommt und ihn so öffnen könnt?“ Gut habe der Schutz des Patienten und der Einsatzkräfte funktioniert.

Dieser ist auch im dritten Übungsszenario wichtig. Statt nur eines kleinen Feuers erwartet die Einsatzkräfte dort ein Gefahrgutunfall mit Natriumchlorid, das nicht mit Wasser in Berührung kommen darf. Drei Feuerwehrmänner ziehen zum ersten Mal die Schutzanzüge an und räumen die Säcke beiseite. „Solche Momente bieten die Möglichkeit, so etwas auszuprobieren“, sagt Beobachter Lars Goldenstein. Kurze Zeit später ist das Feuer gelöscht und die Übung beendet.

Das Fazit der Feuerwehrleute fällt am Ende trotz des Alarm-Fehlers positiv aus. Vieles sei vertieft, einiges gelernt worden. Dazu sei an normalen Dienstabenden nicht immer Zeit.

Unter den Einsatzkräften waren besonders viele junge Feuerwehrleute. Trotzdem wird eigentlich immer Nachwuchs gebraucht, wie Judzinsky betont. „Bei uns sind noch Spinde frei“, sagt er. Insbesondere tagsüber sei es schwierig, genügend ehrenamtliche Einsatzkräfte zusammen zu bekommen.

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