Notfallhilfe im Kreis Pinneberg : 7,48 Minuten – dann sind die Retter da

In allen vier Landkreisen, in denen die RKiSH  tätig ist,  wird die Zwölf-Minuten-Spanne deutlich unterschritten.

In allen vier Landkreisen, in denen die RKiSH  tätig ist,  wird die Zwölf-Minuten-Spanne deutlich unterschritten.

Kreisweit gibt es 20 Rettungswagen und drei Notarzteinsatzfahrzeuge. Landesweit sind sie in der Region am schnellsten.

shz.de von
07. September 2018, 12:32 Uhr

Kreis Pinneberg | Ein Mensch erleidet einen Herzinfarkt. Ein anderer hat einen schweren Unfall. In beiden Fällen kann schnelle Hilfe überlebenswichtig sein. Die bekommen alle Unfallopfer und schwer Erkrankten. Im Kreis Pinneberg sind die Retter allerdings besonders schnell. Das geht aus Zahlen der Rettungsdienst-Kooperation in Schleswig-Holstein (RKiSH) hervor.

Die RKiSH  ist  verantwortlich  für  den Rettungsdienst in den Kreisen Pinneberg, Steinburg, Dithmarschen und Rendsburg-Eckernförde. 31 Wachen stehen der Kooperation  zur Verfügung, sieben davon im Kreis Pinneberg. Und das versetzt die Retter in die Lage, schnell bei den Kranken oder  an den Unfallorten zu sein. Sogar weitaus schneller als das Gesetz vorschreibt.

Bundesländer sind zuständig

Zuständig für den Rettungsdienst sind die Bundesländer. Und die legen die so genannten Hilfsfristen fest. Das ist die Zeitspanne, die die Retter nach dem Eingang der Notfallmeldung in der Leitstelle bis zum Eintreffen am Notfallort benötigen. Zwölf Minuten sind das in Schleswig-Holstein. In diesem Zeitraum müssen mindestens 90 Prozent der Fahrzeuge am Einsatzort eintreffen, sagt Christian Mandel, Pressesprecher der RKiSH. Zum Vergleich: In Bremen liegt die Hilfsfrist bei zehn Minuten. In Brandenburg und Rheinland-Pfalz bei 15 Minuten, in ländlichen Bereichen Thüringens sogar bei 17 Minuten.

In allen vier Landkreisen, in denen die RKiSH  tätig ist,  wird die Zwölf-Minuten-Spanne deutlich unterschritten. Im Kreis Pinneberg am deutlichsten. Gerade einmal 7,48 Minuten vergehen  hier durchschnittlich, bis professionelle Hilfe eintrifft. Mehr als eine Minute länger dauert es mit 8,58 Minuten Hilfsfrist im Kreis Steinburg. 8,59 Minuten müssen akut Erkrankte  oder Unfallopfer durchschnittlich im Kreis Dithmarschen warten. Mit 9,20 Minuten im RKiSH-Bereich am längsten dauert  es im Kreis Rendsburg-Eckernförde bis die Retter eintreffen. 

Nirgends so schnell wie in Pinneberg

In keinem anderen Landkreis, in dem die Rettungsdienst-Kooperation in Schleswig-Holstein (RKiSH) tätig ist, sind die Retter so schnell am Einsatzort wie im Kreis Pinneberg. Lediglich 7,48 Minuten vergehen hier durchschnittlich nach der Alarmierung. Da das nur Durchschnittswerte sind, geht es in vielen Fällen  noch schneller. Zum einen liegt das an den kurzen Wegen im flächenmäßig kleinsten schleswig-holsteinischen Landkreis und der guten Infrastruktur. Zudem verfügt die RKiSH über sieben  Rettungswachen, die strategisch günstig über das Kreisgebiet verteilt sind. Die  kleinsten sind die Wachen auf Helgoland und in Barmstedt. Jeweils ein  Rettungswagen (RTW) ist dort stationiert. Zwei RTW  sind für die Versorgung der Menschen in Quickborn und Umgebung da. In der Uetersener Wache  sind es drei. In Wedel stehen drei RTW, ein Notarzteinsatzfahrzeug sowie ein Krankentransportwagen.

In Pinneberg sind es sogar sechs RTW,  ein  Notarzteinsatzfahrzeug sowie zwei Krankentransportwagen. Die größte Rettungswache im Kreis Pinneberg ist die Elmshorner. Von dort werden auch mehrere Gemeinden im Kreis Steinburg versorgt. Vier RTW,  ein Notarzteinsatzfahrzeug, zwei Krankentransportwagen sowie zwei Reserve-Rettungswagen und eine Dienst-Pkw sind dort untergebracht.

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